Den Fisch plotten

Die Slocum liegt ja nun vorübergehend in Hooksiel. Und die Stege, die ganze Anlage beim SLRV Lollipop sind wirklich schön. Wir waren am Wochenende natürlich beim Boot und wollten auch segeln. Das Hooksmeer ist nett, aber da haben wir schon genug Kreise gefahren, wir wollten eben raus auf die Jade.
Unser Plan: Wir nehmen die 12:00Uhr-Schleuse, segeln einmal ums Muschelfeld (wer es kennt, weiss, was gemeint ist) und gehen um 14:00 wieder in die Schleuse. Vielleicht auch um 15:00 Uhr, kein Problem.

Live-Update: Helgoland Juni 2020

Heute morgen sind wir um 8:25 im Nassau-Hafen in Wilhelmshaven gestartet und die Jade rausgesegelt. Dort waren wir gegen Niedrigwasser, ca. 11:40. Dann sind wir über ein Flach und haben das Fahrwasser „Neue Weser“ gekreuzt. Von dort konnte man schon die ganzen Kreuzfahrer sehen, die vor Wangerooge auf Reede liegen. Aber sie waren weit weg im Dunst, der den ganzen Vormittag nicht weggehen wollte. Anschliessend Kurs auf die Tonne ST: Die wollte ich schon immer mal von nahem sehen, denn viele Kartenaufgaben des SBF beziehen sich darauf… diese Tonne hat eine richtige Geschichte… sucht doch mal bei Wikipedia nach „Schlüsseltonne“.
Dann wichen wir noch vorsichtshalber mehreren schnellen Containerriesen aus, die wohl in die Elbe wollten, fuhren an der E3 vorbei und konnten den Kurs auf Helgoland so halten. Es wehte die ganze Zeit ein eher schwacher Wind, und wir hatten vorher abgesprochen, bei unter 4 Knoten Fahrt die Maschine mit anzumachen. Das mussten wir länger als gedacht, aber das letzte Drittel des Weges konnten wir noch fein ohne Maschine segeln. Schliesslich hatten wir Helgoland Ost passiert und erst kurz vor der ersten grünen Tonne schmissen wir die Maschine wieder an, holten die Segel ein wollten auf den Südhafen zu. Das mit den Segeln hatten wir gerade rechtzeitig gemacht, denn prompt kam die Schnellfähre nach Cuxhaven aus dem Südhafen und düste hinweg. Danach kam noch eine von den anderen Fähren, aber die hatte netterweise genug Abstand gehalten.
Also bogen wir in den Vorhafen ein, tasteten uns ran und schauten, wo wir liegen könnten. Die ganze Kaje war belegt und es waren auch schon Päckchen entstanden. Wir suchten uns einen passenden Segler aus, tuckerten langsam ran, einer vom Nachbarschiff nahm noch die Leine an und 17:17 Uhr waren wir fest auf Helgoland.

Live-Update vom Nassauhafen: Juni 2020

Wir sind heute, Samstag den 06.06.2020, mit dem Auto nach Whv zum Nassauhafen, zum Boot, gefahren. Das Wetter am Wochenende sollte nicht so pralle sein. Viel Wind, wenig Sonne usw. Wir dachten uns, wenn eine 5 auf der Jade weht, könnte man mal nen Schlag raus machen, so zum üben. Aber der Wind wurde kräftiger und riskieren wollten wir nichts. Also entschieden wir uns, so an Bord rumzumuddeln. Zu tun gab es genug. Wir hatten noch einen neuen Fender mitgebracht, den mussten wir auch noch aufpumpen. Ich dachte: Mit der Fußpumpe fürs Fahrrad muss das gut gehen, und da sind ja immer so Nupsis bei, als Adapter. Ausgerechnet der dicke Nupsi für unseren Fender fehlte. Aber ich bin ja pfiffig: Auf der Suche nach Ersatz fand ich eine Kartuschen-Tülle. Hier eben die Spitze abgeschnitten: Passt fast perfekt! So kriegten wir Luft in den Fender. Einer hielt fest, der andere pumpte. Als wir die Spitze aus dem Fender zogen, kam uns gleich die Luft entgegen, weil die Tüllenspitze noch drin steckte! Was ne Pulerei, aber der Fender hatte noch genug Luft.
Und dann wollte ich noch eine alte Baumwollfock mit schön durch eine Kordel verstärkten Lieken auf das zweite Vorstag ziehen, wo ich noch die Toppreff-Anlage (in diesem Beitrag kurz erwähnt) dran gelassen hatte. Vielleicht passt es ja noch neben das neue Rollsegel? Der Abstand zwischen den Stagen ist zwar nicht besonders gross (sie sind durch eine Wippe verbunden), aber probieren geht über grübeln! Ich war ganz erstaunt, wie einfach und problemlos ich dieses schöne Stagreitersegel anschlagen und hochziehen konnte. Die Toppreffanlage wirdt ja über ein eigenes Fall bedient, weil dieses immer mit aufgewickelt wird. Eine feine Sache, wenn man das einmal verstanden hat. Und mit einer vorhandenen Talje kann man das prima durchsetzen. Und das Aufwickeln der Fock ging wunderbar! Weil es nicht so gross ist, trägt es nicht dick auf und zwischen den beiden aufgerollten Segelwürsten und sogar noch Luft, klasse! Dazu kommt, dass die Segelfläche so klein ist, dass wir die Schot innen, zwischen den Wanden und Mast laufen lassen können. So können wir mit diesem Segel vielleicht etwas höher an den Wind… und auch, wenn es keine Sturmfock ist, so lässt sich das bestimmt besser segeln als eine fast ganz aufgerollte Genua!

Das beste daraus machen

Ist jemandem der Countdown auf der Startseite aufgefallen? Dort wurde die Zeit bis zum Start unserer Reise runtergezählt. Ist aber auch egal, denn nun ist er weg. Wir haben uns dazu entschlossen, die Reise zu verschieben. Erstmal auf das nächste Jahr.

Trotzdem oder gerade deswegen wollen wir dieses Jahr noch sehr viel Segeln. Es kann nie schaden, Erfahrung zu sammeln, besonders längere Schläge, fremde Reviere etc. Man weiss halt gerade nur nicht, wann das Boot ins Wasser kann. Aktuell darf bei uns kein Boot geslippt werden, der Hafenbetrieb ist eingestellt. Aber irgendwann wird es weiter gehen… und wenn nicht, haben wir alle so wie so andere Sorgen.