Was wir noch erlebt haben im Nassauhafen

Schon als wir an Bord gingen, kam es uns merkwürdig vor: Die Slocum war relativ weit weg vom Fingersteg. Wir waren doch sonst sorgfältiger mit dem Festmachen des Bootes? Ich schob es darauf, dass sich die Leinen noch etwas gelängt hatten, ist ja immer etwas Reck drin.
So saßen wir unten in der Kajüte und wärmten uns auf. Und wie der Wind unser Boot hin und her schiebt, da fiel uns doch auf, wie sehr sich das Boot bewegt. Also turnte ich aufs Deck und wollte die Vorleine dichter holen. Auf dem Vorschiff wunderte ich mich, dass die Vorleine so doof um die Relingstütze gelegt wurde… und dann erkannte ich es: Die Lippklampe war weg! Eine gute, alte, solide Bronzeklampe! Ich muss gestehen, dass ich gleich zur Backbordseite nach der anderen Lippklampe blickte, mit dem Gedanken, das jemand die geklaut hätte… wie schlecht von mir. Nein, es war der Wind. Und wenn man sich die Stelle in der Scheuerleiste genau ansah, dann erkannte man auch, wie die Schrauben dort schräg nach aussen rausgezogen wurden: Mit jedem Einrucken in die Leine bekam die Klampe einen Schlag und nach dem hundertsten oder wie viel auch immer gibt jeder mal nach, so auch die drei Schrauben der Lippklampe. Diese musste nun irgendwo unten im Schlick liegen. Es war gerade nach Hochwasser. Wie flach wurde es hier? Wer von uns würde tauchen? Wie gut, dass meine Herzallerliebste sich gerade eine neue Taucherbrille gekauft hatte, die musste doch ausprobiert werden! Sie sah das überraschenderweise ganz anders, sie hätte ihren Neoprenanzug nicht mit. Das stimmte zwar, aber was für eine lahme Ausrede! Meine war viel besser: Ich bin echt Wasserscheu. Ich bin gern am Wasser und auf dem Wasser, aber nicht im Wasser.

Gudrun gegen Corona-Frust

Das sind für jeden von uns keine leichten Zeiten. Wobei wir uns auf keinen Fall beschweren wollen: Wir haben einen großen Garten und einen Teil der Familie in direkter Nachbarschaft. Aber diese Webseite dreht sich ums Segeln im Speziellen und Wassersport im Allgemeinen. Und nicht nur, weil unsere Pläne gründlich verhagelt wurden sondern auch, weil jetzt echt die Zeit wäre, mit der Slocum auf dem Wasser zu sein…. ach, es ist doof, aber es ist so.

Die Wunderlampe

Nein, man muss nicht dran reiben: In meinem „anderen“ Blog erwähne ich öfter mal Sturmlampen und dort kann man lesen, wie toll ich die finde (Klick). Natürlich haben wir auch eine an Bord, die war sogar schon bei der Übernahme der Slocum da.

Ich konnte bisher immer widerstehen, aber letztes Jahr ging es nicht anders: Ich  kaufte eine von diesen Nachbauten, wo eine LED-Lampe eingebaut ist. Eigentlich wollte ich sowas „aus Prinzip“ nie haben, aber diese hier brauchte keine Batterien sondern sie kann per USB aufgeladen werden, und darauf stehe ich fast genauso wie auf Sturmlampen. Außerdem war die sooo günstig! Ein pfiffiges Detail: Dort, wo sonst der Einfüllstutzen ist, sitzt der Schalter, mit dem man das Licht auch dimmen kann. Fast wie in echt! Und taugt die nun was? Ich erzähl mal schnell:

Iris

Wo wir gerade bei Namen sind (hier): Eine Iris ist auch noch dazu gekommen. Und diese Namensgebung ist durchaus naheliegend, denn ich habe als Ersatz und aus Neugier einen weiteren Pinnenpiloten gekauft. Nichts neues, sondern was recht altes von einem älteren Herren, der leider nicht mehr segeln kann und so nach und nach alles verkauft. Das besondere an diesem Pinnenpiloten (auch ein Autohelm-Gerät, aber anderes Modell): Es gibt sogar eine Windfahnensteuerung und sowas wollte ich immer schon mal haben bzw. ausprobieren! Und laut dem Herren wurde diese nie benutzt. Ich bin da zwar auch noch nicht zu gekommen, uns mal vom Wind steuern zu lassen, aber wir sind kurz davor…