The Days after

Oder sind es doch eher die Nächte? Nun sind wir seit einigen Tage wieder im Trott des üblichen Tagesablaufes angekommen, mit Arbeiten, Telefonklingeln, Verkehrslärm etc. Aber es ist nicht mehr wie früher…

Ich wache Nachts auf und denke, ich bin noch an Bord. Und das ist eigentlich kein Schrecken, sondern ein schönes Gefühl! In den ersten Nächten war es so stark, dass ich mich gar nicht (in der realen Welt) orientieren konnte. Wo man früher im wahrsten Wortsinne schlafwandlerisch die Tür gefunden hatte, steht man nun im Dunkeln da und scheinbar ist nix dort, wo man es erwartet. Da muss ich mich jedesmal selbst zwingen und mir klar machen: Du bist im Haus, nicht an Bord  („Zuhause“ ist irgendwie beides).
An Bord bin ich auch dann und wann mitten in der Nacht aufgewacht, oder früh morgens. Und dann war immer das schönste: Ach, ich dreh mich noch mal um! Man hörte das Wasser an die Rumpfwand glucksen, oft bewegte sich das Boot ganz leicht (manchmal auch etwas stärker) und ich bzw. wir fühlten uns so richtig wohl.
Übrigens habe ich besonders gern geruht, wenn wir unterwegs waren: Angela übernahm das Steuer, ich legte mich lang auf eine Cockpitbank und döste vor mich hin. Herrlich! Und das ging prima auch bei stärkeren Böen und Wellengang.

All das haben wir jetzt so erstmal nicht mehr. Klar, die Slocum liegt im Hafen: Wir könnten uns an Bord begeben. Aber das ist natürlich nicht das gleiche, zumal wir die Betten abgezogen haben und die Matrazen hochkant gestellt haben, zum lüften. Was anders ist als vor der Reise: Ich habe ein gewisses „etwas mehr“ an Gelassenheit mitgenommen. Es ist bei weitem alles nicht mehr so wichtig, wie die Leute oft tun. Und das ist schön, weil man sich über sowas nicht aufregen muss. Lieber planen wir „insgeheim“ die nächste Reise…

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