Ein Zeichen für das Ende einer tollen Saison!

Als wir Ende April in Oldenburg losfuhren, lag es noch in seiner Tasche auf dem Vorschiff. Die Saison über guckten wir meistens auf ihren Arsch. Und wenn wir heimkehren wird es wieder eingerollt vorne liegen: Unser Beiboot, unsere Gudrun.

Wann hatte ich sie denn aufgepumpt? War das in Hooksiel? Nee, das war irgendwo vor Anker! Im Aufpump-Video kann ich den Ort leider auch nicht erkennen… sowas. Aber sie blieb die ganze Saison aufgepumpt und musste nur ab und zu mal nachgepumpt werden.
Haben wir sie viel benutzt? Naja: Nicht so viel, wie wir dachten, aber wir ankerten auch nicht so viel, wie wir vorher dachten. Wenn man aber vor Anker lag, dann war Gudrun immer ein guter Zubringer und wir hätten sie nicht missen wollen! Natürlich hätte man auch mit dem SUP (Boris) hin und her gekonnt, aber mit dem Schlauchi ging das schon besser. Vor allem, weil man zwei Menschen dort rein kriegt und noch Platz hat für Einkäufe, Wäschesack etc. Und wenn man dann noch einen Aussenborder hat, dann ist das wirklich mal angenehm. Als wir in der Dyvig-Bucht lagen und dort die 5er Böen reinwehten, hätten wir ohne Gudrun keine Landverbindung gehabt. Und dort holten wir doch die leckeren Kartoffeln 😉

Gerudert haben wir Gudrun aber auch, z.B. als wir hinter Modersitzki vor Anker lagen. Den Vergaser hatte ich ja erst in Kappeln so reinigen können, dass der Moppel wieder lüppt… bei Femö war der Sprit unterwegs leer und wir durften auch rudern. Tipp: Immer die Paddel ans Boot bauen!
Hinterher geschleppt habe ich das Beiboot übrigens nie, obwohl ich mir das immer vorgenommen hatte*. Mir war das irgendwie nie geheuer. Nur vor Anker liessen wir sie draußen dümpeln, weil man sie häufiger bräuchte. Sonst haben wir sie immer mit dem Spi-Fall hochgeholt und an ihren Platz auf dem Vorschiff gelegt. Da lag sie auch immer gut, sicher und fest. Nur die (jeweils nicht benutzte) Vorschot zog sich gern da unter, wenn wir das Vorsegel ausrollten. Das verhinderten wir später, indem Angela eine der Festmacherleinen von der Bugklampe zu Gudrun zog, quasi als Leinenabweiser.

Seit gestern ist das alles Geschichte: Gudrun liegt nun wieder aufgerollt vor dem Kajütaufbau. Heute vormittag – es war so herrlich sonnig hier im Nassau-Hafen! – hievten wir sie mit dem Spifall auf den Steg, schrubbten sie sauber und liessen sie in der Sonne trocknen. Bevor wir zum Bonte-Kai (Sailing-Cup) aufbrachen, öffnete ich noch die Stöpsel, damit die Luft entweichen konnte.

Da isse platt…

Und das fühlt sich dann wirklich an wie Saison-Ende. Komisch.
Auf jeden Fall hat sich das Boot in Sachen Haltbarkeit, Funktion und Benutzbarkeit wirklich bezahlt gemacht. Und mit Zeit und Übung kann man zwei Leute auch rudern, man braucht nicht zwingend einen Motor*. Das ist halt langsamer… (aber leiser). Wir haben jetzt erstmal für den „Rest“ der Reise wieder bessere Sicht nach vorne…

 

*Für mich ist ein betriebsbereites Beiboot immer ein hoher Sicherheitsgewinn. Man kann damit die eigene Yacht (langsam, aber immerhin) schleppen, und bei starkem Wassereinbruch (Gott bewahre) wäre das ein Rettungsweg. Und man kann zu anderen Booten rüberkommen, denn auch bei Seegang wird das Gummiboot dem anderen kein Loch reindonnern und alles kaum Schaden nehmen.

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