AZ21 – Zwei auf einen Schlag

Heute sind wir von Kerteminde bis nach Lohals „geschossen“. Währenddessen konnten wir gleich zwei Jubiläen begehen. Aber lasst mich der Reihe nach erzählen.

Wir haben den Tag wieder ruhig begonnen. Erstmal kamen wir nicht ausm Bett, weil es sooo gemütlich war. Aber draußen war es schon um 8 Uhr sommerlich warm, also begann ich wie immer, Frühstück zu machen. Halt, nicht ganz: Seit einiger Zeit ist meine erste Aktion morgens an Bord: Gesicht und Hände aus der Pütz mit klarem Ostsee-Wasser waschen bzw. zu erfrischen. Tolles Gefühl, dazu diese ganz feine Salznote!
Dann aber: Kaffee/Teewasser aufsetzen, Aufbackbrötchen in den Omnia, Gurkenscheiben schneiden, Schnapsgläser für Eierbecher raussuchen. Irgendwann schält Angela sich aus dem Bett und wir geniessen unser frühes Mahl. Während ich danach den Abwasch machte, ging Angela noch mal zum Super-Brugsen und holte Wasser etc. Es war kaum Wind, deswegen hatten wir es nicht eilig, auch wenn der kommende Schlag von ca. 23sm bestimmt nicht „eben schnell“ geht. Aber was soll die Eile? Wir wollten Ankern, also wird uns keiner den letzten Liegeplatz wegnehmen.
Nach dem Ablegen um 11:40 waren wir schnell aus dem Hafen, gingen in den Wind und holten das Groß hoch. um 12:05 Uhr standen alle Segel und die Maschine durfte wieder aus. Wir gingen auf Kurs und hatten sehr schöne fünf Knoten auf der Logge. So darf das! Sonne, leichter Wind und Wasserplätschern. Schnell war der PiPi eingehängt. Leider ging das „nur“ eine Stunde so. Danach mussten wir mit unserem Kurs etwas südlicher gehen, denn wir waren aus der Kerteminder Bucht raus und mussten nun Richtung Vester-Brücke, die über den großen Belt geht. Aber, das hatte ich nicht bedacht: Der Wind wurde eher weniger als mehr, dafür stand nun eine kräftige Dünung (weil wir aus der Bucht raus waren und der Wind hier freie Bahn hatte) und unser Winkel zur Dünung war so ungünstig, dass wir rollten, bis fast die Baumnock ins Wasser kam. Nein, das war nicht schön! Und laut Plotter, wo ich die Wegpunkte abgesteckt hatte, sollte es bis zur Brücke noch knapp 2 Stunden dauern. Nix da, das wollen wir nicht. Kurz gegrübelt, neuer Plan: Da das Vorsegel eh in der Abdeckung vom Groß ist und „Schmetterling“ bei der Welle kein Sinn macht, rollten wir es ein und schmissen die Maschine wieder an. So konnten wir einen günstigeren Kurs wählen und die Dauer für den Weg reduzierte sich erst auf 1,5 Stunden und wurde dann – klar, wir fuhren dem ja entgegen – schnell weniger als eine Stunde. Aber die fühlte sich auch so an! Zwischendurch kam mir der Gedanke, mal nach der Durchfahrtshöhe der Brücke zu schauen. Die hohe, imposant gebaute Brücke ist ja der östliche Teil. Wir mussten durch den „Aquädukt“. Blick in die Karte: 18m. Jepp, wir haben nur 12 Meter. Die größere Kunst war es aber scheinbar, die richtige Durchfahrt (die bestimmt über 100m breit ist) zu finden und mittig zu treffen, denn auch dort rollten wir noch immer mit unserer Mastspitze viele Meter zu jeder Seite. Angela saß an der Pinne, sie hat Spaß bei sowas. Ich nicht. Mir wird nicht übel oder so, aber ich mag das nicht. Ich bin ein aufrechter Segler.
Nach der Brücke wurde es eeetwas ruhiger und erst, als wir etwas in die Abdeckung der Nyborger Bucht fuhren, wurde es wesentlich besser. Hier konnten wir den Motor wieder ausstellen, kreuzten erneut vor Wind und Welle und erreichten immer wieder über sechs Knoten. Wir hatten da nicht mit gerechnet, aber das ging bis Lohals so weiter. Auch die Dünung. Selbst tief im Sund rollten noch immer dicke Wellen. Kurzerhand entschieden wir uns gegen Ankern und fuhren gegen 17 Uhr in den Hafen. Dort war es im Gegensatz zum letzten mal (ziemlich genau vor vier Wochen) erstaunlich leer und ich konnte mir eine freie Box aussuchen, wo ich gegen den Wind reinfahren konnte.

Nun gab es als Anlegeschluck mal keinen Portwein sondern Sekt, und ich erzähle jetzt, warum: Zum Einen hatten wir unseren Plan „Rund Fünen“ in sofern erfolgreich abgeschlossen, als das wir unseren ursprünglichen Kurs wieder kreuzten, der vor vier Wochen von Karrebaecksminde nach Lohals führte (die Linie aus Ost im Bild).

Ist doch quasi Rund Fünen, oder?

Rund Fünen ist übrigens eine schöne Sache! Alles nette Häfen etc., lohnt sich für jeden Urlaub (Nein, man braucht keine vier Wochen dafür 🙂 ).

Und das andere Jubiläum?
Beim Letzten (Klick) dachte ich noch dran, heute kam ich erst zehn Meilen später drauf. Außerdem hatten wir unterwegs so viel zu tun, dass wir uns vornahmen, das erst im Hafen gebührend zu feiern:
Wir hatten 1000 gesegelte Meilen in unserer Auszeit hinter uns!
Nun mag der ein oder andere Salzbuckel solch eine Meldung schulterzuckend hinnehmen, aber man sollte auch bedenken, dass wir zu Beginn zwei Wochen in Hooksiel lagen, auch in Großenbrode 10 Tage Liegezeit hatten, in Flensburg waren es vier(?), während ich den Motor reparierte und ausserdem sind wir ja nicht auf einem Streckenrennen. Und andere brauchen für diese Meilen mehrere Sommer 😉
So oder so ist es schön, eine solch stattliche Zahl mal vor Augen zu haben und das bisher erlebte schon Revue passieren zu lassen. Und da war eine Menge dabei! Zum Anstossen nahmen Angela und ich übrigens den Sekt, welchen wir als „Trost“ von denen bekamen, die uns vor der Holtenau-Schleuse unseren Adenauer abgefahren haben… der Sekt war lecker!

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