Und Harald wartet im Ziel…

Es ist unglaublich! Der Kurs der Vendee Globe einmal um die Welt ist knapp 28.000 Seemeilen lang. Lang genug, um viele einsame Entscheidungen zu treffen, um Fehler zu machen und vielleicht mal wegen eines bevorstehenden Sturmes oder einer Flaute einen Umweg zu fahren. Und dann, kurz vor dem Ziel, fehlen gerade mal 18sm zum Sieg.

Es ist eine französische Regatta und bisher haben in all den Jahren nur Franzosen gewonnen. Egal, wie sich andere Nationen (beispielhaft: Alex Thomson) bemühen. Dementsprechend sind bei der zeitgleichen virtuellen Regatta auch überwiegend Franzosen dabei, trotz der enormen Anzahl von über 900.000 Teilnehmern. So, nun kommen wir ins Spiel. Nicht „Wir“ als Angela und Holger auf der Slocum sondern wir Deutschen, speziell das „Team Segel Forum“, bei dem wir dabei sind. Es gibt noch einige andere deutsche Teams dort, aber unser Team ist Dank einiger wirklich guter Segler das mit Abstand beste deutsche Team. Wirklich gut: Zu jedem Zeitpunkt war und ist mindestens ein Mitglied aus unserem Segeln-Forum ganz vorne mit dabei. Dabei muss man erwähnen, dass die virtuellen Spitzensegler schneller sind als die realen Regatta-Teilnehmer… nach 68 Tagen ist die Spitzengruppe nahe am Ziel. Und jetzt komme ich zu dem Unglaublichem: Man fährt einmal um die ganze Welt und kurz vor dem Ziel trennen die ersten beiden Plätze nur wenige Meilen:

Gestern, den 16.01.2021, kurz nach 10 Uhr: Die ersten beiden Plätze (oben links) überdecken sich gar in der Ansicht, so knapp ist das. Der rot markierte ist mein Team-Kamerad, zu dem komme ich gleich. Das Boot etwas weiter südlich ist der Drittplatzierte und rechts unten sehen wir grün markiert Harald Frentzen, der im Ziel wartet.

Schaut euch dieses Bild an:

Tournesol II als bester Deutscher liegt auf Platz 2 und hat noch 4,1 nautische Meilen bis ins Ziel. Er fährt einen zehntel Knoten schneller als der Erstplatzierte Tigrou26120 und im Ziel haben die beiden nur noch 1,7 Meilen Abstand… 18 Meilen weiter wäre unser Freund nicht nur als erster, sondern auch als erster Deutscher Gewinner dieser Regatta. Ich kann es nur wiederholen: Unglaublich, dass das so eng sein kann. Und nun ist der zweite Platz der erste Verlierer.

Aber das stimmt nicht ganz: Wer hier, sei es auch „nur“ virtuell, unter die ersten 1000 schafft, hat enormes geleistet!

Hut ab von uns beiden für diese Leistung!

Prost! Hab leider kein passendes-Hut-ab-Bild gefunden

 

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