Kurzer Winterzwischenbericht 20/21

Nun sind wir schon so gut wie mitten im neuen Jahr. Noch ca. 100 Tage bis zu unserer kleinen Auszeit! Und neulich war ich noch bei Slocum und habe ein paar Sachen gemacht, die eigentlich schon beim Slippen gemacht sein sollten:

Frostschutz in den Motor
Unser Bukh hat ja eine Einkreiskühlung und das letzte Wasser sollte nicht über Winter im Motor stehen. Vom Frost mal ganz abgesehen, ist da ja auch Dreck drin etc. Also tüdelte ich eine Pütz so an den Heckkorb, dass der Eimer unterm Auspuff hing und alles Wasser auffangen kann. Dann musste ich die grosse Klappe vorm Motor entfernen, Seeventil schliessen (ganz wichtig) und dann den Deckel vom Seewasserfilter schrauben. Dort hinein kann ich das Frostschutzmittel giessen, bis der Filter voll.
Nun starte ich den Motor: Kommt fast auf Schlag, der Motor ist einfach toll! Und die Batterien auch, aber dazu komme ich gleich… weiter mit dem Frostschutz: Der Motor dreht eine kurze Zeit lang, dann fängt die Pumpe auch schon an, den Filter leer zu ziehen. Ich kippe fleissig nach. Letztes Jahr hat eine 1.5l-Buddel gereicht, mehr habe ich jetzt auch nicht mit. Letztes Jahr statt jemand am Auspuff und rief „Bescheid!“, als farbiges Wasser (gleich Frostschutz) rauskam. Dieses Jahr nicht, aber ich kippe einfach nach und nach die ganze Flasche rein, dann wird das wieder passen. Geht ruckzuck. Am liebsten würde ich den Motor noch weiter laufen lassen, weil der so schön schnurrt, aber ohne Kühlung… nee. Den Impeller lasse ich übrigens im Winter drin. Es gibt ja bzgl. Impeller Argumente für alles und ich denke, die Impeller-Hersteller leben ganz gut mit der Einstellung der meisten Eigner, die ihren Motoren jedes Jahr pauschal einen neuen Impeller gönnen. Sollen sie, ich habe da nix gegen. Trotzdem mache ich das nicht genau so. Aus folgenden Gründen:

  1. In der Sommer-Saison sitzt der Impeller auch die meiste Zeit reglos in seinem Gehäuse und es schadet ihm nicht.
  2. Wenn ich den Impeller ausbaue, ist die Gefahr groß, dass ich ihn genau dann erst beschädige.
  3. Den Schrauben, der Dichtung und der Welle der Seewasserpumpe ist es sicher auch nicht zuträglich, wenn man dort mehr als notwendig rumfummelt.
  4. Ich habe einen (oder mehr) Ersatz-Impeller an Bord. Also warum nicht dann wechseln, wenn es notwendig ist? Mein Kühlwasser habe ich immer im Auge/Ohr, wenn die Maschine läuft.
  5. Es wird so wie so im ungünstigsten Moment passieren, egal, wann der Impeller das letzte mal gewechselt wurde.

Motoröl
Einen Ölwechsel werde ich auch wieder machen. Das habe ich zwar erst letztes Jahr gemacht, aber wir hatten dieses Jahr nicht nur viele Meilen sondern auch viel Motorstunden, besonders in Holland 🙂
Auch zum Ölwechsel gibt es mehrere Meinungen. Nicht nur wie oft sondern auch wann. Ich bin der Meinung: Im Vergleich zu einem Auto macht so ein Boots-Motor echt wenig Stunden und wenn die Leistung, Drehzahl und Propeller gut aufeinander abgestimmt sind, dann muss die Maschine auch nicht immer am Limit laufen, im Gegenteil. Wie oft man das Öl wechselt, hängt also von der Last und Laufzeit des Motors ab, kann man nicht pauschalisieren.
Und wann macht man den Ölwechsel? Gleich nach der Saison, damit das schmutzige Zeug nicht über den Winter im Motor verbleiben muss? Oder, und das Argument finde ich nicht schlecht: Wenn der Motor die ganze Zeit steht, dann läuft sämtliches Öl unten in die Wanne. Dort kann man wunderbar das Altöl absaugen. Ohne Warmlaufen lassen, damit das nicht erst wieder durch den Motor muss! Dazu braucht man zwar eine etwas kräftigere Pumpe (zumindest in meinem Fall: Ich gebe dem Motor SAE 30, wie vom Hersteller empfohlen. 10W40 wäre zwar im Winter dünner und besser abzupumpen, aber ich befürchte, dass dünne Zeux wäre zu modern für meinen Motor von 1983. Mit dem Öl keine Experimente!). Also entweder werde ich wie im letzten Winter das Öl mühsam rauspumpen oder, was wahrscheinlicher ist, erstmal ins Wasser, die Maschine einfach laufen lassen und dann „eben schnell“ den Ölwechsel mit warmen Öl machen. Übrigens: Motoröl kann eine Menge ab. Man muss es nicht so oft wechseln, wie immer gesagt wird. Schon bei meinen Autos mache ich das eher selten, bei meinem Aufsitzrasenmäher ist das Öl inzwischen acht Jahre alt und der Honda läuft 1a. Ich schreibe das auch nur, damit ihr, liebe Leser, auch mal eine andere Meinung wahrnehmen könnt als das, was am Stammtisch gilt.

So, nun habe ich wieder viel erzählt und die Batterien noch gar nicht erwähnt. Dann freut euch auf den zweiten Teil 🙂

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