Jade – Kaiserbalje

In den Beiträgen zu unseren Fahrten im Urlaub habe ich versprochen, dass ich über die Kaiserbalje noch was schreibe. Hier schreibe ich also meine Erfahrungen dazu nieder.

Gleich vorab: Die Kaiserbalje ist tief genug. Selbst mit 1,50m Tiefgang wird das kein Problem sein, solange nicht weniger Wasser als „Normal“ aufläuft.
Wir sind von der Jade gekommen und wollen zur Weser bzw. nach Bremerhaven. Der logische Mittelpunkt ist Fedderwardersiel, hier sollte nach unserer Planung Hochwasser sein, damit es auf jeden Fall tief genug ist. Aber zum einen waren wir bereits eine gute halbe Stunde vor HW im Fedderwarderpriel und zum anderen hat das Wasser schon locker gereicht. Nächstes Mal werden wir also noch eher losfahren, dann hat man auf der Weser noch etwas Strom mit.
Aber der Reihe nach:

Ein Klick sollte das Bild grösser zeigen

Unten links beim roten „X“ ist die Einfahrt in die Kasierbalje. Sie ist markiert mit roten Spierentonnen, die man deutlich nördlich lassen kann / soll. Wie die Hafenmeisterin in Horumersiel formulierte „Gut Richtung Whv halten“. Das Echolot bestätigt das: Etliche Meter Wassertiefe auch dort, wo schon die ersten Pricken beginnen. Wie in der Seekarte eingezeichnet zieht sich der tiefe Priel bis hinten zur K8, und man sollte nicht zu nah an die Pricken ran, da wird es wieder flach. Locker 20-30 Meter waren wir auf dem ersten Stück von den Pricken entfernt. Bei der K8 angekommen knickt der Prickenweg fast Rechtwinklig ab, auf der Seekarte sieht das gar nicht so aus.

„Bezeichnet 01.05.-15.09.“ Und dann?

Und dann kam, was der erwähnte Eintrag in der Seekarte schon androhte: Die Pricken hörten auf. Wurden die eingezogen oder sind die allesamt weggeknickt? Einerlei: Mitten auf dem Wattenhoch und kein Anhaltspunkt, wohin es weitergeht. Doch: Da hinten in der Ferne, waren da nicht wieder Pricken? Mit dem Fernglas konnte man sie sehen, also fuhren wir geradewegs drauf zu, was soll man sonst machen? Immer ein Auge aufs Echolot… oben im Bild habe ich die Prickenfreie Stelle mit roten Linien markiert. Ein schwacher Trost war die weitere Aussage der Hafenmeisterin: Wenn ihr den Kirchturm bei Fedderwardersiel querab habt, dann seid ihr über die flachste Stelle hinweg. Das birgt eine neue Frage: Wann hat man einen Kirchturm querab? Die ganze Zeit fuhren wir mit wenig Gas, denn die Tide schob noch gut und wir waren eh zu früh… aber ohne Probleme erreichten wir den sehr tiefen Fedderwarder Priel, wo auch eine Menge Tonnen vorhanden waren. Außer einer Rotgrünroten, wie Navionics behauptete.Wir befinden uns ungefähr beim „Y“ im Bild oben. Hier war es eine halbe Stunde vor Hochwasser und sautief, also haben wir das gut geschafft. Wenn man Muffe bekommt, kann man einfach nördlich den Priel zur Weser fahren, aber ein längerer Weg und dann noch wieder gegenan? Nö. Tapfer weiter, wir suchen nun den Mittelpriel. Und wir fanden ein paar Tonnen, ein paar Pricken und danach wieder… nix. Keine Pricken. Und wieder: Ganz da hinten, ist da was? Joa. Weiter? Joa. Es wurde belohnt. Es kamen dann Pricken, die nicht einfach nur Birkenstämmchen sind sondern solide Stämme, an deren oberes Ende Zweige getüdelt wurden. Auch die passierten wir in gutem Abstand und dann kam auch schon der in der Seekarte abgebildete tiefere Arm bis zur Buhne und bei Tonne 43 schwabbt man dann in die Weser, Punkt „Z“ im oberen Bild. An den flachsten Stellen, vielleicht zwei mal, hatten wir noch ca. 30cm unterm Kiel, sonst immer einiges mehr.

Der Weg ist übrigens zwar einiges kürzer als „oben rum“ (Heinrichpunkt), aber nicht unbedingt schneller, denn bis Bremerhaven ist es noch ein gutes Stück und man wird dann die Tide gegenan haben. Aber auf jeden Fall ist die Kaiserbalje eine gute Alternative, weil man genau die andere Tide nehmen muss als außen rum. Und wenn es da draussen mal zu viel weht, ist man dort vielleicht auch besser aufgehoben… wir werden das nun auf jeden Fall häufiger mal fahren!

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