Was mich ankotzt

Man befindet sich mit vielen Booten auf einem relativ schmalen Gewässer, alle wollen in eine Richtung und müssen warten. Vielleicht auf eine Schleuse, vielleicht eine Brücke, egal.

Das sind Situationen, wo jeder etwas konzentrierter bei der Sache sein sollte, denn man will ja unglückliche Manöver oder gar Kollisionen vermeiden. Nicht jedes Boot lässt sich gleich gut steuern. Wie schnell hat eine Windböe den Bug rumgedrückt oder eine Welle von einem vorbeidüsendem Schlauchboot drückt einen mehr als man möchte in eine falsche Richtung.
Ich halte dazu gern zum Boot vor mir etwas Abstand. So circa eine Bootslänge hat sich bewährt. Alternativ kann man auch etwas seitlich versetzt fahren. Damit hat man genug Raum, um in Ruhe(!) notwendige Manöver zu fahren. Ich zähle das zur guten Seemannschaft. Aber, und jetzt kommt mein Aufreger: IMMER OFT gibt es irgendein Arschloch, das meint, er wisse es besser und ist auf einmal neben einem und bald schon in der Lücke vor einem, die eigentlich die „eigene“ Reserve war. Und weil ich eben auf Sicherheitsabstand bedacht bin, habe *ich* auf einmal ein neues Problem. Das Arschloch vor mir guckt sowieso in eine andere Richtung und kümmert sich um nichts.
Dadurch habe ich unter anderem die einmalige(!) Chance verpasst, in Dokkum nach der Mühle und der Brücke nach dem Spiegelbild unseres Bootes Ausschau zu halten und vielleicht sogar ein Foto zu machen.

Logisch weitergedacht muss ich nun mein Verhalten anpassen. Also werde ich nächstes mal die Lücke kleiner halten, weniger Abstand zur Seite beachten und „rumdümpelnde Schnarchnasen“ kurzerhand links liegen lassen. Vermutlich wird es dann bald zu einer Situation kommen, wo mich ein anderer Skipper anpöbelt, weil er sich bedrängt fühlt und im Grunde hat er Recht, weil ich ja eigentlich genau so denke. Und wenn ich ihm dann antworte: „Ich bin gezwungen, mich so zu verhalten, weil es so viele Arschlöcher gibt“ dann wird er das falsch verstehen und auf sich münzen, was aber an sich nicht der Fall ist. Das wird so ein Teufelskreis, der niemals aufhört.

Also, liebe Arschlöcher:
Überdenkt doch bitte einfach mal in einer ruhigen Minute ganz sachlich und ohne Selbstverarschung euer Verhalten und überlegt, warum ihr stets versuchen müsst, die Schlaueren, die Geileren zu sein. Vielleicht erkennt ihr, dass das weder schlau noch geil ist und die wahre Weisheit darin liegt, sowas einfach mal sein zu lassen.

Dann könnten wir alle viel entspannter unterwegs sein.

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