Drei Pokale

Da wir ja nicht nach Spiekeroog fahren konnten, haben wir das mittlerweile altbekannte Alternativ-Ziel genommen: Wir sind zum Nassauhafen in Wilhelmshaven gefahren. Das geht immer und mit der Tide ist es eine reine Freude. Richtung Jadebusen ist auch weniger Welle etc., es wird einfach alles ruhiger, wenn man ins „Landesinnere“ fährt. Das Hochwasser war ziemlich spät in WHV (ca. 23:30 Uhr), aber man muss ja nicht bei HW ankommen sondern nur mit dem auflaufenden Wasser fahren, also nach Niedrigwasser Hooksiel. Respekt haben wir dabei vor der Ausfahrt vom Vorhafen zur Tonne H3, weil es dort echt flach ist. Doch 1,5 Stunden nach NW ist das kein Problem mehr, wie wir nun feststellen konnten. NW war gegen 16:30, also 18:00 Schleuse und so gegen 20:00 Uhr müssten wir dann ankommen. Genau so planten und machten wir das dann auch.

Und warum drei Pokale?
Ich habe auf dem iPad die Navionics-Software installiert und mir vor einigen Wochen Seekarten dafür gekauft. Mit der Software kann man seinen gefahrenen Track auch aufzeichnen und dieser wird am Ende ausgewertet:

Der Hauptgrund, dass wir für unsere Leistung die drei Pokale bekamen, ist aber: Das war erst der zweite Track, den ich damit aufgezeichnet habe und der erste war nur der kurze Versuch, nach Spiekeroog zu kommen. So wurde es dann eine Rekordfahrt bzgl. Dauer und Distanz… das wird doch sicher bald überboten, genau wie die 7 Knoten 🙂
Und zwar gleich am nächsten Tag auf der Rückfahrt, denn dort mussten wir wieder kreuzen. Das bedeutet: Mehr Distanz und länger unterwegs für den gleichen Weg. Ganz nebenbei waren wir auch noch etwas schneller:

 

Und schon wieder Wilhelmshaven Teil 2

Mein Mac hat sich beruhigt, ich auch, also kann ich unser Wilhelmshaven-Wochenende zu ende erzählen:

Von der Bühne 2 am Valoisplatz bis zur Nassau-Brücke sind es locker drei Kilometer, mir kam es sogar noch länger vor. Wir beide waren müde und freuten uns auf unsere Koje. Das ist immer soooo gemütlich!

Am nächsten Morgen machte ich Frühstück, es gab Aufbackbrötchen und Müsli. Lecker. Dann gingen wir noch Duschen (immerhin haben wir 50 Euro Pfand für den Schlüssel hinterlegt). Die Dusche selbst ist OK (50 Cent für fünf Minuten, die man nicht pausieren kann), aber leider lief das Wasser nicht gut ab und man stand immer mit nassen Füssen da. Außerdem muss man durch den Duschraum gehen, um zur Toilette zu gelangen. Als ich dabei war, mich abzutrocknen kam doch glatt einer rein und wollte… er hat dann aber draußen gewartet. Danke.

Wir genossen den Vormittag im Cockpit, weil es wirklich super mildes Wetter mit schönster Sonne war. Um 13:12 Uhr sollte Hochwasser sein, danach wollten wir los. Schön mit ablaufend Wasser nach Hooksiel. Alle Stunde (+10 min.) hörten wir Jade-Traffic auf Kanal 63 ab, die berichteten aber nichts schlimmes. Nur eine Windwarnung für die Ostfriesische Küste mit Böen bis 7… hui. Wann das genau kommen sollte wurde nicht gesagt.

Als es so weit war, legten wir bei fast Flaute und viel Sonne ab, zogen im Hafen noch das Groß hoch und eierten raus. Es war zwar wenig Wind, aber immerhin kam er nicht von vorn sondern schön halb, so Südost. Einige Zeit bevor wir ablegten, zog eine dunkle Wolkenschicht über uns hinweg. Die sah nach Regen aus, aber nichts geschah. Nun auf der Jade holten wir diese Wolken so langsam wieder ein und die Sonne wurde verdunkelt. Noch vor dem JadeWeserPort drehte der Wind plötzlich auf Nordwest und nahm zu. In Böen ne 5, locker. Gut, dass wir das „gerochen“ hatten und schon vorher das Groß runter nahmen. Maschine liessen wir mitlaufen, für alle Fälle und nur mit der Fock segelten wir Richtung Hooksiel. Nun Wind gegen Strom, der Revierkundige Segler kennt das: Kurze Hackwellen mit Schaumkämmen. Unsere Slocum hoppelte da sicher durch, vermutlich ist die für genau so was gebaut 🙂

Wir steuerten die H3 an, konnten auf dem Weg das Segel einrollen und von dort aus auf den Vorhafen zufahren (immer etwas vorhalten, wegen dem ablaufenden Wasser!). Wieder hatten wir ungefähr zwei Stunden für die gut 9sm gebraucht. Das will ich aber irgendwann mal schneller schaffen…

Nun noch durch die Schleuse, die ja keine Hürde darstellt und wer es nicht kennt, der glaubt es nicht: Im Hooksmeer war Sonne, kaum Wind, Schmetterlinge flatterten übers Cockpit. Irgendwie muss die Schleuse eine Wettergrenze bilden, denn egal, wie es draussen bläst und schäumt, auf dem Hooksmeer ist es mild und angenehm. Ach, irgendwie finden wir das total gut so! 😉

Wenn es ein Fazit geben sollte:
Wilhelmshaven und dort die Nassaubrücke ist immer eine gute Alternative, wenn man mal übers Wochenende einen kleinen Schlag machen möchte. Das wird von Horumersiel auch genauso gehen, man muss nur rechtzeitig dort rauskommen. Wir werden das auf jeden Fall nun öfter in Betracht ziehen, denn auch bei etwas mehr Wind kann man es Richtung Jadebusen noch gut aushalten und die Nassaubrücke hat so wie so ihren eigenen Charme.

Und schon wieder Wilhelmshaven

Wir waren doch neulich erst in Wilhelmshaven? Ja, genau! Und nun schon wieder. Die Entscheidung wurde uns relativ leicht gemacht:

  • Freitag Abend war das Sommerfest vom OYC, da konnten wir nicht nach Hooksiel zum Boot
  • Wilhelmshaven bzw. die Nassaubrücke ist ideal für einen kurzen Wochenendtörn, weil nahe bei und gut zu erreichen
  • In Wilhelmshaven war der Tag der Niedersachen
  • Die Tide passte perfekt

Also haben wir Freitag schön beim Bootshaus gefeiert, sind Samstag früher hoch als unseren Partygeschundenen Leibern gut tat und haben tatsächlich die 11-Uhr-Schleuse kriegen können. Hochwasser WHV sollte um 12:09 sein, also wäre die Schleusung eine Stunde eher seemännischer gewesen (aber StVO-mässig nicht vertretbar). Egal, sechs Knoten lagen immer an, und so schafften wir den Schlag in knapp zwei Stunden. Die Maschine lief mit, weil der schwache Wind aus Ost uns nicht allein nach vorne schieben konnte. Dafür wurden wir von Regen verschont, obwohl es angekündigt war. Von Liegeplatz zu Liegeplatz beträgt die Strecke übrigens exakt 11 Seemeilen, aber die Zeit messen wir eigentlich erst ab Hooksiel Vorhafen, weil das Schleusen ja doch immer etwas dauert. Na gut, dieses mal wollten nur zwei Boote raus und es ging flott…

die „Insel“: Ein Tankanleger in der Jade, siehe Fussnote

Das Seestück die Jade hoch war nicht so wild und wir sind wie fast immer westlich von der „Insel“ geblieben. Erst beim Anlegen an den Steg vom WSC wurde es wieder etwas spannend, weil der Wind von hinten uns rein in die Box und etwas seitlich drückte. Netterweise stand schon jemand bereit und nahm eine Leine an. Nach dem Ausbringen von Spring etc. (es sollte noch aufbrisen) gönnten wir uns ein Anlegebier und ich kochte Bratkartoffeln mit frischer Bratwurst (die kaufe ich vorher, friere sie ein und diese dient uns dann als Kühlakku bis zum Verzehr). Etwas ruhen, etwas aufhübschen und Angela zum Hafenmeister schicken, wir wollen ja bezahlen. Überraschung: Unser Boot ist grösser geworden! Dank der besten Ehefrau von allen hatten wir ein 35Fuss-Boot, auch mal klasse 🙂

Dann hatten wir uns aufgemacht, den Tag der Niedersachsen zu erkunden. Angela hat schon vorher festgestellt, wo wir auf jeden Fall hinwollten: Die Dire Strats, eine sehr bekannte Cover-Band, war für 20:00 auf Bühne 2 angekündigt. Wir latschten tapfer die Meilen ab, die zwischendurch auch sehr informativ waren, tranken noch nen Kaffee auf dem/der Wal (das Eisbrecherdampfschiff, männlich, oder?), ich holte mir noch ein Stück Pizza und entgegen der Erwartung fing die Band nicht erst weit nach 20 Uhr an, sondern schon 30 Sekunden vor Acht (nach meiner Funkgenauen G-Shock). Die Band war wie erwartet sehr gut, aber meiner Meinung nach schon  zu perfekt und genau. Nach exakt einer Stunde gab es eine Pause und dann spielten sie weiter. Angela und ich schafften unser drittes Bier und machten uns dann auf den (langen!) Rückweg

(mein Mac(!) kackte gerade ab und bevor ich hier alles aus Wut lösche, schreibe ich lieber morgen weiter.)

Fussnote (siehe Bild oben):
Die Insel ist ein künstliches Gebilde westlich des Jade-Fahrwassers. Man kann problemlos „innen“ durch, Raum ist dort genug und man stört keinen. Wenn man kreuzen muss, hilft dieses kleine Stück enorm. Koordinaten sieht man im Bild, aber wenn man vor Ort ist, wird man die Anlage nicht übersehen.

Hooksiel-Nassauhafen-Hooksiel

Ich möchte gern noch eine eher technische Beschreibung unseres Wochenend-Trips zur Nassau-Brücke liefern, nachdem Angela von diesen Tagen so schön geschrieben hat.

Eine Woche vorher:
Anja und Axel fragten uns, ob wir auch kommen wollen, wegen Jubiläum und Regatta und so und wir wollten gern. Nur, wie das bei uns im Revier immer so ist: Die Tide schert sich nicht um Arbeitszeiten. Deswegen konnten wir nicht allerfeinst Freitag vormittag mit der Tide hoch nach WHV, aber auch nicht am Samstag, weil dann schon die Regatta begann und die Jade voller Boote sein wird.

Im Laufe der Woche:
So guckte und plante ich, wie wir es am besten machen konnten. Das nächste Niedrigwasser (am Freitag) wäre um 18:50, aber dann wären wir frühestens um 21:00 angekommen. Etwas spät, fand ich. Weiter geguckt, gegrübelt: Wetter? Östliche Winde und nicht halb so stark, wie angekündigt. Einige Tage vorher wurden noch 5Bft angekündigt, nun war es eher eine 3. Und Wind aus Ost: Das sollte den Strom nicht so beeinflussen, kein Hack zu erwarten (oder nicht all zu sehr…). Zack, ein Beschluß: Wir schleusen um 16:00 und gucken, wie es draussen auf der Jade ist. Wenns geht, dann los, wenn nicht, dann eben nicht.

Freitag nachmittag:
Gut, dass wir das gemacht haben! Draussen war fast ölige See, nix mit Hack, und wir konnten beinahe bis zur Flutmole vom Nassauhafen segeln, sogar mit Gross in den Hafen hinein. Das war feines Segeln, und so unerwartet! Der Hafen war natürlich Proppevoll und wir konnten uns ins Päckchen legen, immerhin als Vierter… Landstrom gab es nicht, aber den brauchten wir auch nicht. Einen Tag schaffen wir locker aus den Akkus.
Abends gab es dann noch die Steuermannsbesprechung, wir bekamen tolle T-Shirts und Geschenke und… ein schwarzes Bändchen. Dieser Trauerflor sollte am Achterstag gefahren werden, um der vor kurzem in unserem Revier verstorbenen Seglerin zu gedenken.

Samstag morgen:
Die angekündigten fünf Windstärken kamen in Form von Sonnenstrahlen und wolkenlosem Himmel daher. Jeder Regattateilnehmer lief im neuen T-Shirt rum. Als langsam alle nervös wurden und einer nach dem anderen ablegte, um Richtung Regattabahn zu fahren, löste sich nicht nur unser Päckchen auf, sondern auch der Benzinschlauchanschluss des Aussenborders unseres Innen-Nachbarliegers. Blupp, Motor aus. Meine Order: „Lass mal die Spring und die Leinen dran, wir schleppen euch raus“. Das ging ganz gut, obwohl das Hafenbecken quasi voller Segelschiffe war. Draussen an der Mole warfen wir dann die Leinen los und fuhren nördlich, um keinen Regattateilnehmer im Weg zu sein. Bedenkt: Das alles bei bestem Sonnenschein gegen 12:30 Mittags und kaum, nein, eigentlich kein Wind. Das von mir gezeigte Bild machten wir, während wir rückwärts trieben, obwohl der schwache Wind so gerade unsere Segel füllen konnte.
Es waren schöne, erholsame Stunden auf der Jade, bis wir dann zurück in den Hafen motorten und uns in das neue Päckchen, dieses mal an einen Trimaran (Sun) legten.

Sonntag:
Heute war mehr Wind, aber immer noch Sonne. Hochwasser sollte gegen halb drei sein, also fährt man danach los. Der Tri neben uns wollte eher los, dann aber doch nicht. Wir schon. Warum im Hafen liegen, wenn man auch draussen auf dem Wasser sein kann?
Natürlich war uns (wir und die Kairos) klar, dass wir nicht irgendwie eher da sein werden, aber wir wollten schon mal auf dem Weg sein. Na denn: Wir fuhren los, holten früh die Segel hoch und freuten uns, gegen den Strom noch Fahrt durchs Wasser zu machen. Kreuzen mussten wir ja auf jeden Fall. Wir hatten Bordwind, aber das Wasser war glatt. Klar, war ja noch auflaufend. Als dann die Tide kippte, nahm auch der Wind etwas zu, es gab die eigentlich am Freitag erwartete Hack-See: Kurze, hohe, spitze Wellen. Ging aber, war nicht bedrohlich sondern schön aufregend. Wie schon erwartet kamen aus WHV nach und nach alle anderen Segler und holten nicht nur auf, sondern überholten uns auch. Aber die Letzten waren wir bei dieser heimlichen Regatta nicht, als wir vor der Schleuse in Hooksiel warteten. Könnte natürlich auch daran gelegen haben, dass wir nach der Hälfte der Strecke die Maschine mitlaufen liessen: So konnten wir mehr Höhe laufen und mit 322 Grad Hooksiel fast direkt ansteuern…. 😉
Die Schleuse war so voll, dass nicht alle Boote reinpassten. Ich hoffe, wir haben uns nicht vorgedrängelt. Immerhin durfte noch ein relativ kurzes Boot (9m?) nachrutschen, nachdem alle etwas zusammengerückt sind.

Fazit:
Auf dem letzten Stück am Sonntag haben wir noch mal viel Erfahrung gesammelt und es ist immer wieder schön, wenn man feststellt, wie robust das eigene Boot eigentlich ist, welches uns nicht nur über Wasser hält sondern auch unser mobiles Heim und Schutz auf See ist. Das Boot kann definitiv mehr ab als wir und das ist gut so.

Als wir dann nach einem wirklich perfekten Anleger zwischen die Dalben auf unserem Liegeplatz Nummer 301 lagen, kam das Gewitter: Der Wahnsinn, sowas hatte ich in meinen 51 Lebensjahren auch noch nicht oft erlebt. In dem Moment war es noch kuscheliger, im trockenen, warmen Rumpf unserer Slocum abzuwettern.

Ein Bild von der 111-Jubiläumsregatta des WSC

Dieses Bild fand ich ganz schön und ist auch irgendwie passend (wenn man dabei war und weiss, dass sich quasi eine Stunde lang nichts an dieser Situation ändert… 🙂  ) Wir waren ja etwas nördlich vom Regattafeld, damit wir niemanden beim Tonne-Runden stören, kamen aber mangels Wind nicht unter Segeln näher ran. Im Gegenteil, wie viele andere auch, fuhren wir Rückwärts…

Jubiläumsregatta 111 Jahre WSC

Wilhelmshaven feiert

… und wir mit dabei! Der Segel- Club Wilhelmshaven wurde 111 Jahre alt und WHV selber 150 Jahre. Für das Jubiläum hatte sich der Segelclub gewünscht, zur Regatta 111 Boote angemeldet zu bekommen. Leider meldeten sich „nur“ etwa 60, aber man konnte sich auch als Begleit- Boot melden und das haben wir dann getan 😊

Freitag nach der Arbeit sind wir schnell nach Hooksiel gefahren damit wir um 16:00 Uhr die Schleuse nehmen konnten.

Gemütlich ging es auf der Jade Richtung WHV. Mit uns hatten noch 2 weitere Segler den selben Weg.

Die Vorhersagen waren für dieses Wochenende mit sehr viel Wind, aber es kam genau anders!

Die Steuermannsbesprechung konnten wir pünktlich besuchen. Der Liegeplatz war für das Wochenende kostenlos. Danke WSC! T-Shirts gab es auch noch obendrauf.

Morgens wurde Frühstück im Bootshaus angeboten.

Bei der Regatta selber konnten wir noch behilflich sein, unser Päckchen- Nachbar hatte ein Problem mit seinem Motor und ließ sich von uns rausschleppen. Hauptsache dabei sein👍

 

 

 

 

Später am Abend gab es eine Regatta- Fete mit Johnny Glut und eine Lichter- Show mit Wasser- Schiff. Sehr schön!

Sonntag sind wir zum Glück recht zeitig aufgebrochen.

Als wir im Hafen fest lagen, kam ein dolles Gewitter runter, mensch, waren wir froh nich mehr draußen zu sein!