Mehr Infos zum E-Motor am Schlauchi

Nun konnten wir den Elektro-Aussenborder am Schlauchboot etwas intensiver testen. Und ich muss sagen: Allein von der Nutzungsdauer an einer 68Ah-Autobatterie bin ich beeindruckt.

Vollgas ohne Gas: schön leise!

Wir waren ja schon 40 Minuten gefahren. Nun nutzen wir die Batterie weiter, ohne sie nachgeladen zu haben. Wie gehabt: Ich und dann der Motor, die Batterie und die Frau an Bord und wir tuckerten los. Erstmal bis zum alten Hafen in Hooksiel. Laut GPS machten wir mit Stufe 2 oder 3 immerhin 3km/h Fahrt. Dauerte keine halbe Stunde. Das Anlegen ist zwar risikoarm, weil das ganze Boot ja Fender ist, aber es ist schon etwas tricky, schön längsseits an den Steg zu gelangen. Nach einem Bierchen fuhren wir wieder los und statt links in die Bucht zu unserem Steg abzubiegen fuhren wir noch ein Stück weiter, um die Kairos an den Stegen des WSC zu besuchen. Insgeheim rechneten wir uns schon aus, dass wir auf dem Weg dahin oder zumindest den Rückweg rudern müssen, doch: Nix da. Hin und her und noch ne Runde in der Dalbenreihe und immer wieder mal verschiedene Fahrstufen, auch volle Pulle: Die Batterie machte nicht schlapp. Alles zusammen fuhren wir über zwei Stunden und es gab keine Ermüdungserscheinungen, im Gegenteil: Die zehn LEDs am Motor für den Ladezustand leuchteten alle fröhlich vor sich hin. Da muss ich nächstes mal unbedingt mit dem Multimeter nachmessen…

Die Vorteile eines Elektromotors sind ganz klar:

  • Geringeres Gewicht als Verbrenner, auch inkl. Batterie
    (natürlich je nach Größe der Batterie)
  • Auch Angela kann Motor und Batterie anheben
  • Leise, sehr leise
  • keine Abgase
  • Wartungsärmer als 2- oder 4-Takter
  • kein Benzin (und Öl) notwendig
  • Bedienung ist sehr simpel, Fehlerunanfällig
  • Günstiger in der Anschaffung

Und die Nachteile?

  • weniger Schub
  • viel weniger Schub
  • Batterie muss geladen werden
  • Der Schaft ist für ein Schlauchboot unnötig lang (stört aber nicht doll)

Die Punkte Batterie vs. Benzin heben sich auf. Ob man nun Akku laden muss oder Kanister volltanken spielt ja keine Rolle. Da ist das eher ein Vorteil für Elektro: Über ein Solarpanel etc. kann ich die Batterie unterwegs wieder voll machen, der Benzinkanister bleibt da leer.
Der Nachteil des geringen Schubes kann natürlich auch Sicherheitsrelevant werden: Mit einem Benziner könnte ich unser Segelboot sicherlich mit dem Schlauchboot schleppen oder direkt über einen Motorhalter schieben, wenn auch nicht flott. Ich denke aber nicht, dass der E-Motor unser Dickschiff sinnvoll bewegen kann. Da wird die Batterie leergesaugt sein, bevor Schwung im Rumpf ist. Das werde ich mal testen, auf dem Hooksmeer oder so…

Gudruns Antrieb

Ich habe im Segeln-Forum so ausführlich über den Test unseres E-Aussenborders für unser Beiboot geschrieben, dass ich das hier einfach reinkopieren werde. Angela hat auch noch Fotos gemacht, die liefere ich gerne nach.

Letzten Sonntag konnte ich den E-Motor an unserer Gudrun testen. Es handelt sich um einen mit angegebenen 55lbs Schub (Jago/Ebay), als Energiequelle habe ich eine ältere AGM mit 68Ah aus der Garage geholt und natürlich vollgeladen. Dank zweier Griffe kann meine Frau die noch heben. Also: Ich über das Heck, über die Reling ins Schlauchboot (nein, wir haben keine Badeplattform an unserem Segelschiff), den Motor und danach die Batterie hinterher. Und dann meine Frau auch noch ins Boot. Ich habe den Motor etwas aus der Mitte am Spiegel befestigt, so passte mein Rücken da besser neben.

Der Motor hat fünf Vorwärts-Stufen: Schon Stufe eins bewegt das Boot samt Inhalt und es ist auch Steuerbar. War aber auch keine Welle und kaum Wind. Aber sehr langsam. Stufe 2 ist kaum schneller, leider hatten wir kein Handy mit an Bord, um mal über GPS zu gucken, wie flott wir wären. Egal, wir kurvten durch die Dalben, um die Stege und schauten uns die Boote an (Die Stege von Lollipop im Hooksmeer).
Zwischendurch schaltete ich mal höher, aber überrascht waren wir beide im Schlauchi vom Wechsel von 4 auf 5: Der Motor machte mal richtig Schub und Gudrun kam vorne (fast) hoch (Gudrun ist das Boot, nicht meine Frau). Was für eine wilde Fahrt! Das Wasser plätscherte um uns rum und wir kamen gut voran. Subjektiv. Sooo schnell war es dann auch nicht, aber der Unterschied zwischen den ersten vier Stufen und dann der 5 ist schon enorm.

Erstaunliches Fazit:
Bei einer Fahrtdauer von 40 Minuten mit wechselnden Fahrstufen, meistens 2-3 aber auch einige Schubaktionen auf Stufe 5 zeigte die Ladeanzeige oben an der Pinne noch alle 10 LEDs an. Ich hätte erwartet, dass dort einiges weniger anliegt. Aber das ist ja gut so! Nächstes mal fahre ich so lange, bis der Motor aus geht. Ich vermute, wir kommen bis in den Alten Hafen und ich hoffe, ich muss dann nicht die ganze Strecke zurück rudern 😉

VG
Holger