Zur Insel geschnibbelt

Wangerooge übers ganze Wochenende: 26.-28.06.!

Nachdem wir das Wochenende davor nicht zum Boot konnten, wollten wir dieses  Wochenende möglichst gut ausnutzen. Da kam uns die Tide ganz recht, denn wir konnten schon Freitag Nachmittag Richtung Wangerooge aufbrechen. Das bedeutete: Nach Feierabend flott nach Hause, kein Mittagessen, alles ins Auto einladen, Bier holen und los auf die Autobahn. Mit der Taktung schafften wir bequem die 15:00Uhr-Schleuse. Die Fahrt nach Wangerooge werde ich nicht mehr näher beschreiben, das wurde hier oft genug durchgekaut. Aber ich kann euch noch zeigen, wo man schnibbeln kann, nämlich bei Minsener Oog gleich zweimal.

Spart Kurverei, natürlich auf eigene Gefahr

Das erste mal bei der Ansteuerung von der Jade aus. Wenn man von Horumer- oder Hook- oder Rüstersiel oder Whv oder Varel kommt, dann ist die rote Tonne sehr weit nördlich (unten rechts im Bild). Da muss man nicht ganz hin. Man wird ja eh zwei Stunden vor Hochwasser dort sein und dann ist da Wasser genug, um quer über das Watt bis zum ersten Knick im Prickenweg zu kommen, ca. auf Höhe der gelben Tonnen.
Und hat man den Südzipfel von MOog hinter sich, dann kommen ja die grünen Tonnen, die einen recht nah an der Insel vorbei führen. Das Gekurve kann man sich sparen. Bei der ersten grünen Tonne (die kann schon rechts liegen bleiben) nimmt man Kurs auf die Mess-Station in der Ferne, man sieht so dicke Rohre im Wasser stehen, in der Karte mit „Pegel“ angegeben. Kurs ist so ungefähr 320 Grad, die flachste Stelle zeigte unser Echolot mit 1,6m (ungefähr noch knapp einen Meter Wasser unterm Kiel). Hat man den Pegel Backbord quer ab (Wassertiefe dort locker 6m+), dann kann man auf die T12 zuhalten. Und dort eben zu den Pricken der Telegraphenbalje abbiegen. Das spart nicht viel Meilen,  aber man muss nicht so auf Abdrift durch querschiebende Tide etc. achten, die dort beachtlich sein kann.
Wir sind ja Freitag abend hingefahren, HW in Wangerooge war 19:00, also ist man spätestens 18:00 bei der Einfahrt Minsener Oog. Wir waren gegen 17:30 da, passte mit 1,40m Tiefgang supi. Eineinhalb Stunden dauert für uns die Fahrt durchs Watt und Dank des Ostwindes konnten wir die Telegraphen-Balje segelnd -Maschine aus- durchfahren. Sonne, Wassergeplätscher, hier und da eine Seehundnase, Vorsegel weit bauchig: Sehr schön!

Sonntag mussten wir dann früh um 6:45 los, eben wegen der Tide. Aber es war trotz Ostwind eine schöne sonnige Fahrt und man ist ja nie allein auf der Strecke: Immer fahren etliche Boote mit, so gut wie jeder muss sich an die Gezeiten halten und wenn einer losfährt, dann fahren alle anderen auch los. Dazu kam: der Hafen von Wangerooge war sehr voll, alle im Päckchen! Sonntag morgen fuhren minimum 10 Boote ab, fast wie auf einer Perlenschnur durch den Wattweg.
Später auf der Jade habe wir durch den Ostwind  ganz schön gerollt, locker einen Meter Welle von der Seite (wir mussten ja nach Süden). Der Wind war nur eine 3, fühlte sich aber wegen der Wellen auf der Jade viel stärker als auf dem Wattweg an. Wir hatten auch nur das Vorsegel ausgerollt, weil ich bei dem schaukelnden Schiff keine Lust hatte, am Mast rumzuturnen. Sollte ich Grossfall und Dirk ins Cockpit umlenken?

Auf jeden Fall schafften wir noch die Schleuse um 10 Uhr, obwohl wir spät dran waren. Viele Boote wollten raus, viele warteten, dass sie rein können (all die Boote, die uns vorher überholt haben 🙂 ) und so konnten wir noch ganz hinten in die volle Schleuse. Dort gab es ein paar Unbequemlichkeiten mit einem Motorboot, die ich hier aber nicht breit treten möchte. Gelassenheit ist ein Teil guter Seemannschaft!

Drei Pokale

Da wir ja nicht nach Spiekeroog fahren konnten, haben wir das mittlerweile altbekannte Alternativ-Ziel genommen: Wir sind zum Nassauhafen in Wilhelmshaven gefahren. Das geht immer und mit der Tide ist es eine reine Freude. Richtung Jadebusen ist auch weniger Welle etc., es wird einfach alles ruhiger, wenn man ins „Landesinnere“ fährt. Das Hochwasser war ziemlich spät in WHV (ca. 23:30 Uhr), aber man muss ja nicht bei HW ankommen sondern nur mit dem auflaufenden Wasser fahren, also nach Niedrigwasser Hooksiel. Respekt haben wir dabei vor der Ausfahrt vom Vorhafen zur Tonne H3, weil es dort echt flach ist. Doch 1,5 Stunden nach NW ist das kein Problem mehr, wie wir nun feststellen konnten. NW war gegen 16:30, also 18:00 Schleuse und so gegen 20:00 Uhr müssten wir dann ankommen. Genau so planten und machten wir das dann auch.

Und warum drei Pokale?
Ich habe auf dem iPad die Navionics-Software installiert und mir vor einigen Wochen Seekarten dafür gekauft. Mit der Software kann man seinen gefahrenen Track auch aufzeichnen und dieser wird am Ende ausgewertet:

Der Hauptgrund, dass wir für unsere Leistung die drei Pokale bekamen, ist aber: Das war erst der zweite Track, den ich damit aufgezeichnet habe und der erste war nur der kurze Versuch, nach Spiekeroog zu kommen. So wurde es dann eine Rekordfahrt bzgl. Dauer und Distanz… das wird doch sicher bald überboten, genau wie die 7 Knoten 🙂
Und zwar gleich am nächsten Tag auf der Rückfahrt, denn dort mussten wir wieder kreuzen. Das bedeutet: Mehr Distanz und länger unterwegs für den gleichen Weg. Ganz nebenbei waren wir auch noch etwas schneller:

 

Nicht mal eben nach Spiekeroog

Angela hatte es ja schon erwähnt: Wir wollten am Wochenende nach Spiekeroog segeln, aber leider hat das nicht ganz geklappt. Und ich erzähle euch nun, warum.

sorgfältige Törnplanung ist alles (auf der Rückseite sind die Distanzen)

Die Planung war perfekt: Von Hooksiel aus zum Südzipfel von Minsener Oog. Das sind ca. 6sm. Dann über den Prickenweg und Telegraphenbalje zum Wangerooger Hafen. Über das Wattenhoch dauert es ungefähr 1,5 Stunden. Und die ersten 6sm über die Jade dauern etwas länger, weil man ja gegen das auflaufende Wasser fahren muss. Ich ging von 3 Knoten Fahrt aus, das wären dann zwei Stunden. Rückwärts gerechnet: 21:00 ist HW in Wangerooge, also müssen wir 19:30 an der Einfahrt sein. Nochmal zwei Stunden dazu und wir sind bei 17:30 Uhr. Da kriegen wir sogar noch eine knappe halbe Stunde geschenkt, weil wir ja die 17:00-Schleuse nehmen müssen. Alles klar und prima, schleusen hat wie immer gut hingehauen, also raus auf die Jade. Uns war bekannt, dass etwas mehr Wind als nötig draussen war, aber bei einer 4 kann man doch noch raus? Wir fuhren aus dem Vorhafen und noch vor der Tonne H3 bogen wir links ab, die Jade raus, schön am Ufer entlang. Das Fahrwasser müssen wir ja nicht unbedingt queren. Und weil nun Wind gegen Strom stand, war ganz schön Hack da draussen. Nicht schön, aber auch nicht sooo schlimm. Das kennen wir und haben das schon schlimmer erlebt. Für Nicht-Segler wäre das aber sicher ein Abenteuer: Das Vorschiff wird immer wieder hoch aus dem Wasser gehoben und „knallt“ dann in die nächste Welle. Von aussen könnte man dann sehen, ob das Unterwasserschiff noch sauber ist… was wir nicht bedacht hatten: Sowas bremst mehr als man glaubt. Statt der erwarteten drei Knoten waren wir weit darunter: 2 kn, 2,2 kn, ab und zu nur 1,8 oder 1,6 Knoten. Ich hätte noch ein wenig mehr Gas geben können, aber auf drei Knoten wären wir mit 20 PS und über 5 Tonnen bestimmt nicht gekommen. An Segeln war ja nicht zu denken, weil der Wind genau daher blies, wo wir hin wollten. Kreuzen könnten wir, aber dann wird ja der Weg länger und nichts ist gewonnen. Angela und ich guckten uns an: So kommen wir nie rechtzeitig an. Eigentlich wollten wir gleich morgens am nächsten Tag früh mit dem ersten Hochwasser den Schlag von Wangerooge nach Spiekeroog machen, aber dazu müssen wir eben erstmal nach Wangerooge kommen. Wir haben diesen Weg innen rum auch noch nie in dieser Richtung gemacht, und wenn wir da sind ist Abend und wenn dann irgendwas sein sollte wird es dunkel und… nee. Wir haben es versucht und gute Seemannschaft ist, etwas auch mal nicht unbedingt durchzuziehen. Abbrechen ist nicht feige sondern mutig. Also drehten wir um und gleich wurde es ruhiger: Wir machten auf einmal, ohne am Gashebel was verstellt zu haben, 6,2 statt 2,2 Knoten Fahrt,  der Wind von hinten war nicht mehr so dolle und wir hätten sogar das Vorsegel ausgerollt, wenn wir nicht gleich wieder den Hafen ansteuern müssten, damit wir die nächste Schleuse erwischen. Nach der Schleuse auf dem Hooksmeer habe ich aber doch noch die Fock ausgerollt, bis wir auf einen Besuch abgebogen sind.

Was wir dann stattdessen am Wochenende gemacht haben, schreibe ich im nächsten Bericht.

Eben weg von Wangerooge

Hier will ich schnell den Rest dieses Wochenend-Trips erzählen, nachdem der erste Teil wieder mal so lang wurde. Samstag abend liehen wir uns von Tom ein Fahrrad und ich klappte das Bordrad auseinander. Eigentlich wollten wir zu Fuss in den Ort aber m.M.n. ist das einfach ein Stück zu weit. Mit dem Rad gehts und genau für sowas schluren wir ja auch das Bordrad mit (Memo an mich: Artikel über das Rad schreiben). So konnten wir fein im Kreta griechisch essen und waren noch rechtzeitig für ein, zwei Bierchen wieder bei Toms Hütte. Dort gab es als Besonderheit mal Kölsch und ich konnte einige schmale Gläschen davon geniessen (war echt schmackhaft!). Dann sind wir aufs Boot und haben uns fertig für die Nacht gemacht.

Und diese Nacht war für mich erstaunlich kurz: Das erste mal bin ich aufgewacht, weil der Wind unerwartet aufbriste. Zwar wie angekündigt aus Ost, aber viel stärker als erwartet. Dann musste ich irgendwann um halb zwei aufstehen, weil unser Windrad Radau machte (und ich brauchte einen langen Moment, um das festzustellen). Ich habe es schliesslich mit einem Bändsel festgeschnürt. Nun musste ich noch die Fallen sichern, die sehr laut klappern können, wenn man ziemlich genau darunter liegt und schlafen will. Sowohl Windrad als auch Fallen musste ich später in der Nacht nochmals nachsichern, und als ich gegen halb fünf das letzte mal auf dem Deck rumschlurfte um noch was festzutüdeln, war ich natürlich noch total unausgeschlafen. War aber nicht schlimm, denn wir konnten ja erst nachmittag los, also blieben wir lange in der Koje und frühstückten auch lange und behutsam.

Unseren Rückweg nach Hooksiel muss ich eigentlich auch nicht beschreiben, denn der war auch wie beim letzten mal. Aber dieses mal traute ich mir das durchaus ohne Führung zu (Um Hochwasser ist man eh nie allein auf dem Prickenweg, aber bedenke: man weiss nicht, welchen Tiefgang die anderen haben). Spannender war da noch das Ablegen vom Steg: Ich wollte wohl eine Achterleine auf der Außenklampe nehmen und rausdrehen, aber das hat überhaupt nicht geklappt. Also doch die geschulte Methode: Eindampfen in die Vorspring! Dieses Manöver kam dann gegen den Legerwall-Wind direkt auf den Steg an und wir drehten mit dem Heck vom Steg weg. Nun mussten wir nur noch an der Mole vorbei und Richtung Telegraphen-Balje tuckern. Das war kein Problem und wir hatten immer reichlich Wasser unterm Kiel. Startzeit: Ungefähr zwei Stunden vor lokalem Hochwasser. Damit hat man bis hinter Minsener Oog immer auflaufendes Wasser, denn die Fahrt über die Wattengebiete dauert ca. 1,5 Stunden (für uns bei um die vier Knoten). Flache Boote können eher los, müssen aber nicht. Auf der Telegraphen-Balje neben Wangerooge hatten wir Wind „vonvorn“ (Windrichtung mit sieben Buchstaben) und konnten auf der Hälfte noch die entgegenkommende Kairos unter vollen Segeln grüssen. Als wir vor der Blauen Balje südlich abbogen, rollte ich auch unser Vorsegel raus: Es ist irgendwie schön, im Wattengebiet zu segeln als zu motoren (Maschine lief aber weiter). Was wir dieses mal anders machten: Immer schön den grünen Tonnen bei Minsener Oog folgen. Tim hat letztes Jahr extrem geschnibbelt und ich habe das (leider) nicht mitgeplottet. Wenn man den grünen Tonnen folgt, meist dicht an der Kante der Insel mal links rum und mal rechts rum, muss man an den Strom denken, weil man schnell versetzt wird und dann nicht mehr im Fahrwasser bleibt. Und wer weiss, wie flach das an den Seiten wird? Aber als der Prickenweg kurz vor der Jade einen Knick nach Norden machte, da haben wir auch darauf gepfiffen: Kompasskurs 100° auf Mellum zu, dann kommt man da gut rüber. Wir mit 1,40m TG hatten keine Probleme, laut Karte sind dort plus 1,2 bzw plus 1,1m „Tiefe“ und wir waren ziemlich um Hochwasser dort…

Viel los auf dem Prickenweg: Finde die Kairos!

Auf der Jade holten wir dann auch das Gross hoch, machten Maschine aus und freuten uns, dass das so schön geklappt hat. Die genauen Zeiten habe ich gar nicht mehr parat (müsste ins Logbuch schauen), aber wir hatten Zeit genug bis zur nächsten Schleusung und sind gemütlich gesegelt. Im Vorhafen sammelten sich dann einige Boote, so dass wir gemeinsam um 18:00 Schleusen konnten.

Uns selbst kam das alles viel länger vor und das ist auch gut so: Eine Woche Erholung in zwei Tagen, Klasse!

Eben nach Wangerooge

Da sind wir also mal eben ein Wochenende nach Wangerooge gesegelt. Ist auch keine grosse Entfernung, kann man immer mal machen. Den Hinweg muss ich eigentlich gar nicht erwähnen, wir sind wie beim letzten mal außen rum gesegelt. Ich hätte es auch innen durch versucht, aber wir waren viel zu früh an der entsprechenden Stelle vor Minsener Oog. Man hätte dort natürlich ankern können oder Kreise segeln, bis die Tide mehr aufgelaufen ist, aber wir hatten bei unserer Törnplanung noch etwas nicht bedacht. Doch ich erzähl mal von vorn:

Wir wollten die Schleuse um 8:00 Uhr morgens nehmen. Rechnerisch hätten wir auch später losgekonnt, aber gegen 10 Uhr war Niedrigwasser in Hooksiel, da wollte ich nicht durch das schmale, flache Wasser bei der Zufahrt zum Hafen (jetzt weiss ich, dass das passt, es wurde wieder gebaggert). So schleusten wir früh mit überraschend vielen Booten und freuten uns, dass wir auf der Jade noch das ablaufende Wasser mitnehmen konnten. Als wir dann draussen waren, die Segel hoch und uns über die frühe Sonne freuten, da bemerkten wir noch was: Es waren wirklich sehr viele Segelboote auf der Jade. Angela fiel es sofort ein: Es ist doch Horum-Regatta, und da die fünfzigste! Ich suchte die üblichen Funkkanäle ab und auf Ch72 konnten wir schon Regattaleitung etc. hören. So querten wir noch deutlich vor Horumersiel das Fahrwasser, um den Regattabooten nicht im Wege zu sein. Für unseren Kurs am Wind war es auch besser, den es herrschte Ostwind. Es war herrliches Segeln bei herrlichem Wetter, wir liessen Andreas steuern (seinen Wackelkontakt habe ich genial simpel behoben) und guckten uns die anderen Segler an, mal mit mal ohne Fernglas. Dass wir über Funk daran erinnert wurden, dass auch die Weser-Jade-Regatta am selben Tag statt findet (Ziel: Hooksiel), war schon fast nebensächlich.

Ein Klick aufs Bild sollte ein Video öffnen, 30 Sek. 12,5MB mit Seglern auf der Jade

Nun waren wir also von Segelbooten umzingelt und wollten deswegen nicht bei der Einfahrt zum Wattfahrwasser rumeiern. So war es auch gut. Nur, dass später der Wind einschlief und wir gegen die Tide tuckern mussten. Aber wir hatten ja Zeit genug und fanden irgendwann die Harle-Tonnen (Einfahrt ins Seegatt). Die sind so unglaublich schwer zu erkennen, diese Spierentonnen! Auf jeden Fall mussten wir nicht bis zur Ansteuerungstonne fahren, sondern sind wieder zwischen der H4 und H6 links abgebogen. Dort hatten wir schon lange ausreichend Wasser und wieder schob uns der Strom an der Buhne H vorbei. Dieses mal sind wir auch ohne Grundberührung in den Hafen gekommen (im Jan Werner steht die Ansteuerung in den Hafen nämlich etwas verwirrend beschrieben, wenn man sich nicht auskennt). Tom stand schon am Gästesteg und dirigierte uns zu einem freien Platz. Ein sehr enger Liegeplatz, aber alle am Steg halfen mit und so kamen wir da problemlos rein. Und wir waren lange nicht die letzten, viele Plätze waren im Päckchen belegt. So kam bei uns noch ein Boot längsseits, mit einem netten niederländischen Paar.

Der Steg ist gut gefüllt

Und weil ich wieder nichts auslassen konnte, ist es wieder lang geworden. Dann gibt es eben wieder einen zweiten Teil.

Und schon wieder Wilhelmshaven Teil 2

Mein Mac hat sich beruhigt, ich auch, also kann ich unser Wilhelmshaven-Wochenende zu ende erzählen:

Von der Bühne 2 am Valoisplatz bis zur Nassau-Brücke sind es locker drei Kilometer, mir kam es sogar noch länger vor. Wir beide waren müde und freuten uns auf unsere Koje. Das ist immer soooo gemütlich!

Am nächsten Morgen machte ich Frühstück, es gab Aufbackbrötchen und Müsli. Lecker. Dann gingen wir noch Duschen (immerhin haben wir 50 Euro Pfand für den Schlüssel hinterlegt). Die Dusche selbst ist OK (50 Cent für fünf Minuten, die man nicht pausieren kann), aber leider lief das Wasser nicht gut ab und man stand immer mit nassen Füssen da. Außerdem muss man durch den Duschraum gehen, um zur Toilette zu gelangen. Als ich dabei war, mich abzutrocknen kam doch glatt einer rein und wollte… er hat dann aber draußen gewartet. Danke.

Wir genossen den Vormittag im Cockpit, weil es wirklich super mildes Wetter mit schönster Sonne war. Um 13:12 Uhr sollte Hochwasser sein, danach wollten wir los. Schön mit ablaufend Wasser nach Hooksiel. Alle Stunde (+10 min.) hörten wir Jade-Traffic auf Kanal 63 ab, die berichteten aber nichts schlimmes. Nur eine Windwarnung für die Ostfriesische Küste mit Böen bis 7… hui. Wann das genau kommen sollte wurde nicht gesagt.

Als es so weit war, legten wir bei fast Flaute und viel Sonne ab, zogen im Hafen noch das Groß hoch und eierten raus. Es war zwar wenig Wind, aber immerhin kam er nicht von vorn sondern schön halb, so Südost. Einige Zeit bevor wir ablegten, zog eine dunkle Wolkenschicht über uns hinweg. Die sah nach Regen aus, aber nichts geschah. Nun auf der Jade holten wir diese Wolken so langsam wieder ein und die Sonne wurde verdunkelt. Noch vor dem JadeWeserPort drehte der Wind plötzlich auf Nordwest und nahm zu. In Böen ne 5, locker. Gut, dass wir das „gerochen“ hatten und schon vorher das Groß runter nahmen. Maschine liessen wir mitlaufen, für alle Fälle und nur mit der Fock segelten wir Richtung Hooksiel. Nun Wind gegen Strom, der Revierkundige Segler kennt das: Kurze Hackwellen mit Schaumkämmen. Unsere Slocum hoppelte da sicher durch, vermutlich ist die für genau so was gebaut 🙂

Wir steuerten die H3 an, konnten auf dem Weg das Segel einrollen und von dort aus auf den Vorhafen zufahren (immer etwas vorhalten, wegen dem ablaufenden Wasser!). Wieder hatten wir ungefähr zwei Stunden für die gut 9sm gebraucht. Das will ich aber irgendwann mal schneller schaffen…

Nun noch durch die Schleuse, die ja keine Hürde darstellt und wer es nicht kennt, der glaubt es nicht: Im Hooksmeer war Sonne, kaum Wind, Schmetterlinge flatterten übers Cockpit. Irgendwie muss die Schleuse eine Wettergrenze bilden, denn egal, wie es draussen bläst und schäumt, auf dem Hooksmeer ist es mild und angenehm. Ach, irgendwie finden wir das total gut so! 😉

Wenn es ein Fazit geben sollte:
Wilhelmshaven und dort die Nassaubrücke ist immer eine gute Alternative, wenn man mal übers Wochenende einen kleinen Schlag machen möchte. Das wird von Horumersiel auch genauso gehen, man muss nur rechtzeitig dort rauskommen. Wir werden das auf jeden Fall nun öfter in Betracht ziehen, denn auch bei etwas mehr Wind kann man es Richtung Jadebusen noch gut aushalten und die Nassaubrücke hat so wie so ihren eigenen Charme.

Und schon wieder Wilhelmshaven

Wir waren doch neulich erst in Wilhelmshaven? Ja, genau! Und nun schon wieder. Die Entscheidung wurde uns relativ leicht gemacht:

  • Freitag Abend war das Sommerfest vom OYC, da konnten wir nicht nach Hooksiel zum Boot
  • Wilhelmshaven bzw. die Nassaubrücke ist ideal für einen kurzen Wochenendtörn, weil nahe bei und gut zu erreichen
  • In Wilhelmshaven war der Tag der Niedersachen
  • Die Tide passte perfekt

Also haben wir Freitag schön beim Bootshaus gefeiert, sind Samstag früher hoch als unseren Partygeschundenen Leibern gut tat und haben tatsächlich die 11-Uhr-Schleuse kriegen können. Hochwasser WHV sollte um 12:09 sein, also wäre die Schleusung eine Stunde eher seemännischer gewesen (aber StVO-mässig nicht vertretbar). Egal, sechs Knoten lagen immer an, und so schafften wir den Schlag in knapp zwei Stunden. Die Maschine lief mit, weil der schwache Wind aus Ost uns nicht allein nach vorne schieben konnte. Dafür wurden wir von Regen verschont, obwohl es angekündigt war. Von Liegeplatz zu Liegeplatz beträgt die Strecke übrigens exakt 11 Seemeilen, aber die Zeit messen wir eigentlich erst ab Hooksiel Vorhafen, weil das Schleusen ja doch immer etwas dauert. Na gut, dieses mal wollten nur zwei Boote raus und es ging flott…

die „Insel“: Ein Tankanleger in der Jade, siehe Fussnote

Das Seestück die Jade hoch war nicht so wild und wir sind wie fast immer westlich von der „Insel“ geblieben. Erst beim Anlegen an den Steg vom WSC wurde es wieder etwas spannend, weil der Wind von hinten uns rein in die Box und etwas seitlich drückte. Netterweise stand schon jemand bereit und nahm eine Leine an. Nach dem Ausbringen von Spring etc. (es sollte noch aufbrisen) gönnten wir uns ein Anlegebier und ich kochte Bratkartoffeln mit frischer Bratwurst (die kaufe ich vorher, friere sie ein und diese dient uns dann als Kühlakku bis zum Verzehr). Etwas ruhen, etwas aufhübschen und Angela zum Hafenmeister schicken, wir wollen ja bezahlen. Überraschung: Unser Boot ist grösser geworden! Dank der besten Ehefrau von allen hatten wir ein 35Fuss-Boot, auch mal klasse 🙂

Dann hatten wir uns aufgemacht, den Tag der Niedersachsen zu erkunden. Angela hat schon vorher festgestellt, wo wir auf jeden Fall hinwollten: Die Dire Strats, eine sehr bekannte Cover-Band, war für 20:00 auf Bühne 2 angekündigt. Wir latschten tapfer die Meilen ab, die zwischendurch auch sehr informativ waren, tranken noch nen Kaffee auf dem/der Wal (das Eisbrecherdampfschiff, männlich, oder?), ich holte mir noch ein Stück Pizza und entgegen der Erwartung fing die Band nicht erst weit nach 20 Uhr an, sondern schon 30 Sekunden vor Acht (nach meiner Funkgenauen G-Shock). Die Band war wie erwartet sehr gut, aber meiner Meinung nach schon  zu perfekt und genau. Nach exakt einer Stunde gab es eine Pause und dann spielten sie weiter. Angela und ich schafften unser drittes Bier und machten uns dann auf den (langen!) Rückweg

(mein Mac(!) kackte gerade ab und bevor ich hier alles aus Wut lösche, schreibe ich lieber morgen weiter.)

Fussnote (siehe Bild oben):
Die Insel ist ein künstliches Gebilde westlich des Jade-Fahrwassers. Man kann problemlos „innen“ durch, Raum ist dort genug und man stört keinen. Wenn man kreuzen muss, hilft dieses kleine Stück enorm. Koordinaten sieht man im Bild, aber wenn man vor Ort ist, wird man die Anlage nicht übersehen.

Fast ne Nachtfahrt

Wir hatten ja das Himmelfahrts-Wochenende in der „Marina Bremerhaven“ verbracht, es war eine Ausfahrt vom OYC. Die Marina im Fischereihafen ist toll, ich werde demnächst einen eigenen Beitrag darüber schreiben. Aber erstmal das hier.

Wie wir zwischen Hooksiel hin und her fahren, brauche ich wohl nicht mehr zu beschreiben, das gibt es hier ja mittlerweile zur Genüge. Wer das nachlesen will: Einfach das Suchfeld oder die Tag-Wolke links verwenden.
Weil Angela doch so gern mal bei Nacht fahren möchte, ergab sich nun eine gute Gelegenheit dafür. Nicht ideal, aber immerhin sollte es bei Abfahrt Nacht und Dunkel sein: Die Tide war so, dass beim Alte Weser-Leuchtfeuer um ca. 6:30 Uhr Niedrigwasser war. Also muss man in Bremerhaven zwischen zwei und drei Uhr in der Nacht losfahren. Wir lagen im „Neuen Hafen“ im Jaich am Kopfende von Steg C. Da wir erst gegen 21:55 angelegt hatten, würden wir nur vier Stunden bleiben. Angemeldet hätten wir uns dennoch, wenn das Büro noch besetzt gewesen wäre. War aber nicht, aber für die paar Stunden machten wir uns keine Gedanken. Eine Schleusung „zur ungewöhnlichen Zeit“ muss man nicht extra lange vorher ankündigen, das war mir noch von unserer Überfahrt an Ostern bekannt . Die kleine Schleuse wird ausserhalb der Betriebszeiten von der Kaiserschleuse über Ch 10 fernbedient. Dort ist immer jemand und ggf. eine halbe Stunde vorher kann man ruhig Bescheid sagen, das ist gut für die Planung. Machte ich. Oder besser: Versuchte ich. Dreimal mit Abstand von einigen Minuten habe ich die Schleuse angefunkt, aber keine Antwort. Beim vierten mal, es war schon 2:38 Uhr, eine Reaktion: „Was fürn Boot seid denn ihr?“ kam als Rückfrage (meine Vermutung: Der Diensthabende hatte ein verdientes Schläfchen gemacht und musste erstmal Zeit gewinnen, um sich zu orientieren). Egal: Wir sollten rankommen und er würde dann gleich öffnen. So geschah es auch. Die Schleuse ist sehr gut ausgeleuchtet und Dank solider Schwimmstege kein Problem. Und wir hatten die Schleuse für uns allein…

Die wahre Nachtfahrt begann dann, als wir aus der Schleuse raus fuhren. Ich weiss nicht, ob Angela nervös war, aber konzentriert angespannt war ich auf jeden Fall. Ich bin schon einige Male Nachts gefahren und mit etwas Übung ist das sogar einfacher als Tagsüber, denn es ist weniger Verkehr und alles Wichtige ist ja beleuchtet 🙂
Man muss nur die Lichter auseinander halten können und natürlich insbesondere auf die Betonnung achten. An der Columbus-Kaje sind alle grünen Tonnen (auf deren Seite Sportboote dort fahren sollen) beleuchtet und dahinter die erste rote Tonne auch. Kein Problem, besonders, wenn man die Tonnen am Plotter schon mal „vorverorten“ kann.

An der Kaje selbst ist es schon beeindruckend im Dunkeln, weil sowohl die Kräne als auch die  riesigen Schiffe sehr üppig beleuchtet sind. „Schon“ um 5 Uhr war Sonnenaufgang und wir waren aussen auf der Weser live dabei. Auf dem Foto sieht man zum einen Wremen weit hinten am Horizont als auch die Tonne im Tidenstrom (ca. 2,5kn an der Stelle). Über den Revierfunk wurde schon früh die Einfahrt der Mein Schiff 2 angekündigt und irgendwann schob sie sich majestätisch langsam an uns vorbei, die fuhren ja gegenan.
Und weil über den Revierfunk verkündet wurde, dass das Niedrigwasser drei Dezimeter geringer ausfällt als üblich, haben wir auf den Heinrich-Punkt verzichtet und sind ganz klassisch durch die Mittelrinne gefahren. Diese hat Angela sogar mehr als zur Hälfte allein gefahren, weil ich mich für ein Schläfchen hingelegt hatte… der Rest ist schnell erzählt: Auf der Weser musste die Maschine mitlaufen, weil 1 Bft leider nicht reichen. Aber die Jade haben wir dann allerfeinst kreuzend ersegelt, es briste eetwas auf. So erreichten wir die 9 Uhr-Schleusung superpünktlich, statt mit Motor und ohne Spass die um 8 Uhr zu versuchen. Dann Schleusen (wir und noch ein Segler: zwei Boote und viel Platz), danach zum Steg und Liegeplatz tuckern, dort super angelegt und erstmal klar Schiff machen. Dann kurz nachgedacht: Um kurz nach 12 wieder raus, aufs Hooksmeer und dort ankern! So konnten wir die Kairos bald begrüssen, denn Anja und Axel waren auf Wangerooge und die Tide würde sie gegen 14:00 in die Schleuse spülen. Fast. Denn die Kairos konnte erst gegen 15:00 in die Schleuse, es waren sooo viele Boote im Vorhafen, das eine Schleusung nicht reichte…. das war uns aber auch recht, denn so habe ich vor Anker noch Bratkartoffeln mit Leberkäse gebraten und wir futterten das im Cockpit unterm Bimini genüsslich auf 🙂

Die nächste Nachtfahrt werden wir bestimmt schon am Abend starten…

Hooksiel-Nassauhafen-Hooksiel

Ich möchte gern noch eine eher technische Beschreibung unseres Wochenend-Trips zur Nassau-Brücke liefern, nachdem Angela von diesen Tagen so schön geschrieben hat.

Eine Woche vorher:
Anja und Axel fragten uns, ob wir auch kommen wollen, wegen Jubiläum und Regatta und so und wir wollten gern. Nur, wie das bei uns im Revier immer so ist: Die Tide schert sich nicht um Arbeitszeiten. Deswegen konnten wir nicht allerfeinst Freitag vormittag mit der Tide hoch nach WHV, aber auch nicht am Samstag, weil dann schon die Regatta begann und die Jade voller Boote sein wird.

Im Laufe der Woche:
So guckte und plante ich, wie wir es am besten machen konnten. Das nächste Niedrigwasser (am Freitag) wäre um 18:50, aber dann wären wir frühestens um 21:00 angekommen. Etwas spät, fand ich. Weiter geguckt, gegrübelt: Wetter? Östliche Winde und nicht halb so stark, wie angekündigt. Einige Tage vorher wurden noch 5Bft angekündigt, nun war es eher eine 3. Und Wind aus Ost: Das sollte den Strom nicht so beeinflussen, kein Hack zu erwarten (oder nicht all zu sehr…). Zack, ein Beschluß: Wir schleusen um 16:00 und gucken, wie es draussen auf der Jade ist. Wenns geht, dann los, wenn nicht, dann eben nicht.

Freitag nachmittag:
Gut, dass wir das gemacht haben! Draussen war fast ölige See, nix mit Hack, und wir konnten beinahe bis zur Flutmole vom Nassauhafen segeln, sogar mit Gross in den Hafen hinein. Das war feines Segeln, und so unerwartet! Der Hafen war natürlich Proppevoll und wir konnten uns ins Päckchen legen, immerhin als Vierter… Landstrom gab es nicht, aber den brauchten wir auch nicht. Einen Tag schaffen wir locker aus den Akkus.
Abends gab es dann noch die Steuermannsbesprechung, wir bekamen tolle T-Shirts und Geschenke und… ein schwarzes Bändchen. Dieser Trauerflor sollte am Achterstag gefahren werden, um der vor kurzem in unserem Revier verstorbenen Seglerin zu gedenken.

Samstag morgen:
Die angekündigten fünf Windstärken kamen in Form von Sonnenstrahlen und wolkenlosem Himmel daher. Jeder Regattateilnehmer lief im neuen T-Shirt rum. Als langsam alle nervös wurden und einer nach dem anderen ablegte, um Richtung Regattabahn zu fahren, löste sich nicht nur unser Päckchen auf, sondern auch der Benzinschlauchanschluss des Aussenborders unseres Innen-Nachbarliegers. Blupp, Motor aus. Meine Order: „Lass mal die Spring und die Leinen dran, wir schleppen euch raus“. Das ging ganz gut, obwohl das Hafenbecken quasi voller Segelschiffe war. Draussen an der Mole warfen wir dann die Leinen los und fuhren nördlich, um keinen Regattateilnehmer im Weg zu sein. Bedenkt: Das alles bei bestem Sonnenschein gegen 12:30 Mittags und kaum, nein, eigentlich kein Wind. Das von mir gezeigte Bild machten wir, während wir rückwärts trieben, obwohl der schwache Wind so gerade unsere Segel füllen konnte.
Es waren schöne, erholsame Stunden auf der Jade, bis wir dann zurück in den Hafen motorten und uns in das neue Päckchen, dieses mal an einen Trimaran (Sun) legten.

Sonntag:
Heute war mehr Wind, aber immer noch Sonne. Hochwasser sollte gegen halb drei sein, also fährt man danach los. Der Tri neben uns wollte eher los, dann aber doch nicht. Wir schon. Warum im Hafen liegen, wenn man auch draussen auf dem Wasser sein kann?
Natürlich war uns (wir und die Kairos) klar, dass wir nicht irgendwie eher da sein werden, aber wir wollten schon mal auf dem Weg sein. Na denn: Wir fuhren los, holten früh die Segel hoch und freuten uns, gegen den Strom noch Fahrt durchs Wasser zu machen. Kreuzen mussten wir ja auf jeden Fall. Wir hatten Bordwind, aber das Wasser war glatt. Klar, war ja noch auflaufend. Als dann die Tide kippte, nahm auch der Wind etwas zu, es gab die eigentlich am Freitag erwartete Hack-See: Kurze, hohe, spitze Wellen. Ging aber, war nicht bedrohlich sondern schön aufregend. Wie schon erwartet kamen aus WHV nach und nach alle anderen Segler und holten nicht nur auf, sondern überholten uns auch. Aber die Letzten waren wir bei dieser heimlichen Regatta nicht, als wir vor der Schleuse in Hooksiel warteten. Könnte natürlich auch daran gelegen haben, dass wir nach der Hälfte der Strecke die Maschine mitlaufen liessen: So konnten wir mehr Höhe laufen und mit 322 Grad Hooksiel fast direkt ansteuern…. 😉
Die Schleuse war so voll, dass nicht alle Boote reinpassten. Ich hoffe, wir haben uns nicht vorgedrängelt. Immerhin durfte noch ein relativ kurzes Boot (9m?) nachrutschen, nachdem alle etwas zusammengerückt sind.

Fazit:
Auf dem letzten Stück am Sonntag haben wir noch mal viel Erfahrung gesammelt und es ist immer wieder schön, wenn man feststellt, wie robust das eigene Boot eigentlich ist, welches uns nicht nur über Wasser hält sondern auch unser mobiles Heim und Schutz auf See ist. Das Boot kann definitiv mehr ab als wir und das ist gut so.

Als wir dann nach einem wirklich perfekten Anleger zwischen die Dalben auf unserem Liegeplatz Nummer 301 lagen, kam das Gewitter: Der Wahnsinn, sowas hatte ich in meinen 51 Lebensjahren auch noch nicht oft erlebt. In dem Moment war es noch kuscheliger, im trockenen, warmen Rumpf unserer Slocum abzuwettern.

Ein Bild von der 111-Jubiläumsregatta des WSC

Dieses Bild fand ich ganz schön und ist auch irgendwie passend (wenn man dabei war und weiss, dass sich quasi eine Stunde lang nichts an dieser Situation ändert… 🙂  ) Wir waren ja etwas nördlich vom Regattafeld, damit wir niemanden beim Tonne-Runden stören, kamen aber mangels Wind nicht unter Segeln näher ran. Im Gegenteil, wie viele andere auch, fuhren wir Rückwärts…

Jubiläumsregatta 111 Jahre WSC