Winterarbeiten: Zwischenbericht

So: mit dem Auftragen von Antifouling wurden gestern die Arbeiten am Unterwasserschiff fertig gestellt. Dieser letzte Schritt war auch eigentlich der einfachste, die Vorarbeiten hatten es schon eher in sich:
Da ich ja das Seeventil erneuere, habe ich ein offenes Loch im Rumpf. Bei der Demontage des alten Ventils zeigte sich zum einen, dass die Bohrung nicht besonders „rund“ ausgearbeitet war und zum anderen, dass das Einschneiden des alten Borddurchlasses kleine Spuren im GfK hinterlassen hat. Das musste also aufgefüllt werden. Dazu nehme ich 2K-Spachtelmasse, in welcher schon Glasfasern enthalten sind. Die kann man wunderbar verarbeiten und man muss nicht mit Glasfasermatten, Harz und Härter hantieren. Und bereits nach 30 Minuten ist das schleifbar.
Und aber wenn ich schon mit Spachtel & Co arbeite, dann muss sich das auch lohnen. Also baute ich noch den Geber der alten Logge ab. Das Anzeigegerät hatte schon vor langer Zeit den Geist aufgegeben, ich arbeite nun nur noch mit GPS und FüG. Wenn der Geber raus ist, dann ist ja ein Loch im Boot und das habe ich dann gleich mit zugespachtelt. Man sieht nix mehr davon 🙂

Dieser Logge-Geber funktioniert noch… was mach ich nun damit?

Einige kleinere Stellen habe ich auch noch angespachtelt und bei den ganzen Spachtelstellen muss da auch Grundierung, also Primer rauf. Vorher ging ich noch ums Schiff und entfernte alle lose Placken. Waren nicht viele, dafür habe ich noch ein paar Pocken gefunden. Der Primer macht seinem Namen alle Ehre: Der ist echt prima. Ein spezieller Unterwasserprimer, dient auch als Trennschicht zwischen Antifoulingschichten. Die Grundierung habe ich aber nicht flächig aufgetragen sondern nur an den Stellen, wo ich es als nötig erachtete. Dafür dann aber auch zweimal, wenn schon denn schon. Und gestern dann endlich, als Abschluss, Antifouling drauf.

Antifouling fertig gestrichen: Der Wasserpass ist noch Kreppband 🙂

Da habe ich die schönen, warmen Frühlingstage genau richtig ausgenutzt, denn bei den Temperaturen konnte man wunderbar mit Farbe, Spachtelmasse etc. arbeiten.

Seeventil tauschen

In einem der letzten Artikel erwähnte ich es bereits: Das grosse Seeventil der Toilette muss auf jeden Fall ausgetauscht werden.  Und jeder, der das schon mal gemacht hat, weiss, was das bedeutet: Man kann nicht einfach ein paar Schellen lösen, den Kram auseinander schrauben, tauschen und wieder zusammenbauen.

Denn wenn man daran rumwürgt, dann lockert man garantiert auch den Rumpfdurchlass, der wird dann undicht und dann hat man kein wasserdichtes Schiff mehr. Aus diversen weiteren Gründen ist es eh sinnvoll, gleich alles zu tauschen, wenn man da schon mal bei geht, nicht nur das Ventil. Also habe ich einen Winkelschleifer genommen, dort eine dünne Trennscheibe drauf und von aussen den Borddurchlass sternenförmig eingeschnitten. Möglichst nicht ins GfK, aber ganz vermeiden kann man das nicht. Zumindest gibt es keine Funken, weil ist ja Messing (oder Bronze). Nun ist der Kranz des Durchlasses in acht Stücke und ich ging dabei, die mit Meißel und Hammer rauszutickern. Das war recht harte Arbeit. Aber es lohnt sich: Wenn man fertig ist, kann man innen das ganze Gelumpe aus dem Rumpf ziehen und bequem den Schlauch abziehen (was vorher nur mit zwei Ellenbogen an einem Arm gegangen wäre).

Nun werde ich auf True Design umsteigen: Durchlass, Ventil und Fitting aus Kunststoff. Die Argumente im Netz haben mich überzeugt: Seewasserfest, robust, langlebig, leichgängig. Wie das läuft (Einbau, Bedienung) werde ich dann hier berichten.

Vorher werde ich noch das Loch im Rumpf mit Epoxy und Glasfaser wieder ausbessern. Das wird zwar tricky, aber Sorgen mache ich mir nicht. Immerhin hat mich Vater Staat seinerzeit zum 1.Lfz-Metaller ausgebildet und GfK/CfK ist ein grosser Teil davon. Und wenn das bei den fliegenden Dingern hinhaut, dann kriege ich das bei den Schwimmenden auch hin 😉

Wenn alles nicht zieht kann ich auch noch mit einer ABDR-Ausbildung trumpfen: Nach Schäden in einer Luftschlacht wird die Hülle des JaBo durch mich wieder flugfähig gemacht. Die Metaller müssen dabei am meisten pfu… äh, improvisieren. Und das liegt mir!

Jaaa, ich schreibe das nur, um etwas anzugeben. Aber auch, um dem üblichen Gelaber von vornherein entgegen zu wirken, der bei technischen Dingen immer ungefragt von den typischen Bedenkenträgern und Labersäcken kommt. Ich habe meist kein Bock darauf, mir das anzuhören. Da mache ich besser gleich selbst den Angeber und diesen Teil kann man dann immerhin schon mal abhaken.

Für uns hat die Saison bereits wieder begonnen

Angela
Samstag sind wir zu unserem Boot gefahren. Draußen war es ungemütlich mit Dauerregen und 8 Grad. Aber unser Boot steht ja in der großen Halle unseres Yachtclubs, dort ist es trocken!
Das Boot, wenn es so an Land steht auf seinem Trailer, ist ganz schön hoch! Das erste mal die Leiter hoch steigen und an Deck klettern war gar nicht so einfach für mich…
Aber wenn man erst mal oben steht, geht das. Denn die anderen Boote sind ja genauso hoch und man muss ja nicht in die Tiefe gucken.
Der Ehemann hat im Boot rumgewerkelt (Seeventile ausgebaut, Funkgerät getauscht und so Sachen) und ich habe begonnen die Scheuerleiste zu streichen. Manche Farben soll man nicht unter 7 Grad Außentemperatur benutzen. Aber für die Holzteile am Boot haben wir ein Öl, das geht auch bei 6 Grad Außentemperatur.
Gegen den Hunger am Mittag hatten wir uns Kürbissuppe eingepackt. Endlich wieder an Bord essen, obwohl ich da an wärmere Tage gedacht hatte!


Nach 4 Stunden hatte ich das Boot einmal komplett in Öl gelegt 😉 Dem Ehemann fehlte Werkzeug und uns schmerzte der Rücken. Somit wurde der erste Arbeitseinsatz für beendet erklärt.

Es werden noch einige folgen, es ist viel zu tun! Aber das gehört auch zum Spass, denn wir wollen ja ein sicheres und ordentliches Boot haben.