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Urlaub – Good morning, Langeoog

Na gut, eigentlich war es nicht morgens sondern Nachmittag, als wir auf Langeoog ankamen. Aber da meine letzten beiden Beiträge Buch- bzw. Filmtitel im Namen hatten (falls es überhaupt jemand bemerkt hat), wollte ich das bei diesem auch machen und mir fiel nichts passenderes ein.
Gegen 14:30 sollte auf Langeoog Hochwasser sein, also machten wir uns ab 12:15 auf Spiekeroog startklar. Der Weg am Seegat vorbei war etwas zäh und hubbelig, aber der Rest war Prickenwegmässig seicht (bis auf ein paar überraschende grössere Wellen und einem an den Pricken entgegenkommenden Ausflugsdampfer…). Wasser hatten wir immer genug, nie weniger als 1m unterm Kiel. So konnten wir um 15:10 im Hafen von Langeoog festmachen.
Die Wettervorhersagen war immer noch wechselhaft und unsicher, man konnte keine Weiterfahrt planen. Also machten wir: Urlaub. Der Ort von Langeoog hat viel zu gucken, wenn er auch ein Stück vom Hafen entfernt ist. und der Strand ist auch toll. Ich halte doch so gern meine Füsse ins auflaufende Wasser, hier hinterm Wasserturm konnte ich das wieder geniessen. Noch ein Restaurand-Tipp: Die Kajüte am Hafen. Um lecker zu essen muss man nicht in den Ort…
Dienstag entschlossen wir uns, am nächsten Tag aussen rum in einem Rutsch nach Hooksiel zu segeln. Mittwoch stellten wir fest, dass der Wind nicht nur nachliess sondern auch später auf Süd drehen sollte. Das konnten wir gar nicht gebrauchen. Also: Mittwoch erstmal wieder nach Spiekeroog und dann weitersehen. Immerhin scheint die Sonne, ist ja eher ungewöhnlich im August.

2. Woche 1. Teil

aus Sicht von Angela 😉

Samstag (17.08.) wachte ich durch Regenprasseln und Windheulen auf. Dieses Mal stimmte die Vorhersage also 😉

Gegen Mittag hörte der Regen auf und der Ehemann machte mir das Klapprad klar.

Ich umrundete mit Rückenwind die Insel und freute mich am Strand über einen Augenblick Sonne. Im Inseldorf hatten viele Geschäfte bereits geschlossen, es war Samstag- Mittag…

Zurück an Bord gab es einen kleinen Imbiss und es fing an zu schütten wie aus Eimern, Glück gehabt! Wir legten eine Siesta ein, denn abends ging es ins Pub auf Bier und Burger 🙂

Sonntag planten wir die Weiterfahrt nach Langeoog.

Oder Montag? Wir waren schon so im Urlaubsmodus, dass wir die Tage nicht mehr wussten 😉 Weiterfahrt war Sonntag, ist ja wichtig für die Tidenberechnung!

Das Wattfahwasser vor Langeoog war nicht spektakulär, was auch am wolkenverhangen Himmel liegen konnte. Ich sah wieder jede Menge Seehunde und wir hatten ordentlich Welle.

Das Boot Mr Krabbs hatte fast eine Stunde nach uns Spiekeroog verlassen, holte uns aber am Wattenhoch ein. Als wir wieder tieferes Wasser unterm Kiel hatten, überholte Mr. Krabbs. Das Gute war, als wir in den Hafen einliefen, standen die beiden Skipper am Steg und halfen uns beim Anlegen, vielen Dank dafür 🙂

Am darauffolgenden Tag liefen wir in den Ort 3,7 km!

Ich war ohne Jacke losgezogen und prompt wurden wir auf die letzten Meter nass! Also kaufte ich für 30,- Euro eine Regenjacke bzw besseres Wetter, denn natürlich regnete es nicht mehr😂

Spontan stiegen wir am Bahnhof in eine Kutsche zur Meierei am Ostende der Insel. Dort hatten wir 1 Std Aufenthalt mit lecker Brotzeit und Blick über die Dünen auf die Nordsee.

Zurück im Ort kauften wir ordentlich ein und erwischten einen Zug der Inselbahn zurück zum Hafen.

Für Mittwoch planten wir die Rückreise nach Hooksiel. Ab Donnerstag war mit Ostwind zu rechnen und die Tide wurde sehr ungünstig für eine spätere Rückfahrt.

Urlaub im August

1.Woche aus Sicht von Angela😃

So, endlich 14 Tage frei!

Als erstes: Sturm über Norddeutschland! Na toll!

Sonntag auch noch von Migräne geplagt… hätten eh nicht fahren können.

Dienstag sah es besser aus, also 8:00 Uhr durch die Schleuse.

Vorhersagen waren so lala, Regen, Wind aus der falschen Richtung- alles wie immer.

Dieses Mal kam nur hinzu, dass es schüttete wie aus Eimern und sich das Vorsegel nicht mehr aufrollen ließ und einriss. Naja

Abends las ich Handbücher und Karten, denn es sollte gleich weiter gehen nach Spiekeroog.

Doch am Morgen hielt sich das Wetter nicht an die Vorhersagen! Es regnete und wehte, das war nicht abgemacht 🙁

Ich schmollte und verfluchte den August mit seinem Sch…Wetter.

Aber, ab Mittag klarte es auf und die Sonne kam raus.

Gegen Abend war die See platt wie ein Ententeich! Unverschämt, jetzt ging die Abfahrt nach Spiekeroog aber nicht mehr, weil dass Watt hoch rausguckte (Foto)

Am Donnerstag sind wir mit der Inselbahn in den Ort Wangerooge gefahren.

Wir haben einen Geheimtipp am Strand besucht und sind einkaufen gewesen.

Freitag dann endlich weiter nach Spiekeroog. Die Überfahrt war problemlos. Wir haben soo viele Seehunde gesehen, wie süß! Spiekeroog ist niedlich 🙂

Urlaub – Wer stirbt schon gerne unter Pricken

Mittwoch sollte es dann weiter nach Westen gehen, erstmal Spiekeroog. Das Wetter war die ganzen Tage so dermassen wechselhaft, dass die üblichen Vorhersage-Dienste eigentlich immer daneben lagen, wenn es länger als einen halben Tag in der Zukunft war.
HW in Spiekeroog sollte gegen 12:30 sein, also müssten wir spätestens 10:00 los. Wir standen zeitig auf, frühstückten und von draussen lugte die Sonne in die Kajüte. Und man hörte den Wind. Aus Westen. Wo wir hin wollten. Als Angela duschen war, stellte ich mich ins Cockpit und blickte lange Zeit auf das Wasser. Einige Boote fuhren sogar raus. Draussen hatten alle Wellen weisse Kämme. Und ich schaute Richtung Watt, nicht auf die Nordsee raus! Ein Boot, welches tapfer nach Westen abbog, konnte ich noch lange Zeit bequem verfolgen, denn es kam quasi nicht voran, hüpfte nur in den Wellen auf und ab. Wie schnell war es? Einen Knoten? Und damit am Gatt vorbei? Nein danke, das mache ich nicht mit! Mir wurde richtig kalt im Cockpit, weil der Wind mit der Zeit durch die Klamotten ging, während ich die Umgebung prüfte. Als Angela wiederkam, hatte sie offenbar schon den gleichen Entschluss getroffen, auch wenn wir beide das voll doof fanden, denn wir wollten doch gerne weiter. Nein, nicht ärgern: Das ist eben so. Nur schade, da wir ja jetzt Urlaub haben. Wenn die Vorhersagen einigermassen stimmen sollten, wird Freitag eine gute Möglichkeit sein, sich auf den Weg zu machen. Und das war auch so, denn diesen Beitrag schreibe ich am Steg im Hafen von Spiekeroog. Wie wir hier her kamen erzähle ich in einem späteren Artikel.

Urlaub – vom Winde verweht

Nicht Wangerooge sondern Urlaub?

Da waren wir so schlau und haben unseren Sommerurlaub so gelegt, dass er am Ende der Ferien beginnt. Der Plan: Gleich am ersten Tag zum Boot und so weit wie möglich nach Westen fahren, Holland wäre toll. Denn dafür haben wir Seekarten und wollen gerne mal auf die Inseln dort.
Was wir so nicht geplant hatten: Das Wetter bzw. der Wind. Wind? Was sag ich: Sturm! An dem Wochenende wurden einige Veranstaltungen abgesagt, z.B. Schlickschlittenrennen oder eine Regatta bei Norderney. Und wir wollten lossegeln? Samstag waren wir an Bord und erst Montag tat sich ein kleines Wetterfenster auf. Nicht wegen Sonne etc., im Gegenteil: Wolkenverhangen, Regen usw. Aber es sollte nicht so viel Wind sein, max 5Bft. Nach Check von Tidenkalender und Wetter-Apps, Rücksprache mit der Kairos: Morgens acht Uhr Schleuse und Richtung Minsener Oog. Ca. 11:30 war Hochwasser in Wangerooge. Wir mussten also 10 Uhr, spätestens 10:30 am Wattfahrwasser sein. Das hat geklappt.
Spannend war auf der Jade noch dieses: Wir segelten auf ein langes, dunkles Wolkenband zu, welches sich quer über den flachen Himmel erstreckte und nach viel Regen aussah. Wir segelten unter durch und blieben trocken, aber: der Wind dahinter war um 20 Grad gedreht, natürlich zu unseren Ungunsten. War aber nun auch egal, denn gemütliches Segeln war das eh nie.
Hinter Minsener Oog wurde es richtig kabbelig, dafür war es auf der Telegraphen-Balje geradezu mild. Bei der Hafenzufahrt brieste es noch mal auf und unsere schlecht aufgerollte Fock zeriss im oberen Teil. Aber wir waren ja unter Maschine im Watt unterwegs. Doch das Knattern von dem Segeltuch im Wind ist wirklich Nervenaufreibend.
Na toll: Schon vier Tage Urlaub und wir liegen auf Wangerooge. Neuer Plan: Mittwoch eben schnell nach Spiekeroog. Warum das nicht geschah schreibe ich im nächsten Artikel.

Mehr Infos zum E-Motor am Schlauchi

Nun konnten wir den Elektro-Aussenborder am Schlauchboot etwas intensiver testen. Und ich muss sagen: Allein von der Nutzungsdauer an einer 68Ah-Autobatterie bin ich beeindruckt.

Vollgas ohne Gas: schön leise!

Wir waren ja schon 40 Minuten gefahren. Nun nutzen wir die Batterie weiter, ohne sie nachgeladen zu haben. Wie gehabt: Ich und dann der Motor, die Batterie und die Frau an Bord und wir tuckerten los. Erstmal bis zum alten Hafen in Hooksiel. Laut GPS machten wir mit Stufe 2 oder 3 immerhin 3km/h Fahrt. Dauerte keine halbe Stunde. Das Anlegen ist zwar risikoarm, weil das ganze Boot ja Fender ist, aber es ist schon etwas tricky, schön längsseits an den Steg zu gelangen. Nach einem Bierchen fuhren wir wieder los und statt links in die Bucht zu unserem Steg abzubiegen fuhren wir noch ein Stück weiter, um die Kairos an den Stegen des WSC zu besuchen. Insgeheim rechneten wir uns schon aus, dass wir auf dem Weg dahin oder zumindest den Rückweg rudern müssen, doch: Nix da. Hin und her und noch ne Runde in der Dalbenreihe und immer wieder mal verschiedene Fahrstufen, auch volle Pulle: Die Batterie machte nicht schlapp. Alles zusammen fuhren wir über zwei Stunden und es gab keine Ermüdungserscheinungen, im Gegenteil: Die zehn LEDs am Motor für den Ladezustand leuchteten alle fröhlich vor sich hin. Da muss ich nächstes mal unbedingt mit dem Multimeter nachmessen…

Die Vorteile eines Elektromotors sind ganz klar:

  • Geringeres Gewicht als Verbrenner, auch inkl. Batterie
    (natürlich je nach Größe der Batterie)
  • Auch Angela kann Motor und Batterie anheben
  • Leise, sehr leise
  • keine Abgase
  • Wartungsärmer als 2- oder 4-Takter
  • kein Benzin (und Öl) notwendig
  • Bedienung ist sehr simpel, Fehlerunanfällig
  • Günstiger in der Anschaffung

Und die Nachteile?

  • weniger Schub
  • viel weniger Schub
  • Batterie muss geladen werden
  • Der Schaft ist für ein Schlauchboot unnötig lang (stört aber nicht doll)

Die Punkte Batterie vs. Benzin heben sich auf. Ob man nun Akku laden muss oder Kanister volltanken spielt ja keine Rolle. Da ist das eher ein Vorteil für Elektro: Über ein Solarpanel etc. kann ich die Batterie unterwegs wieder voll machen, der Benzinkanister bleibt da leer.
Der Nachteil des geringen Schubes kann natürlich auch Sicherheitsrelevant werden: Mit einem Benziner könnte ich unser Segelboot sicherlich mit dem Schlauchboot schleppen oder direkt über einen Motorhalter schieben, wenn auch nicht flott. Ich denke aber nicht, dass der E-Motor unser Dickschiff sinnvoll bewegen kann. Da wird die Batterie leergesaugt sein, bevor Schwung im Rumpf ist. Das werde ich mal testen, auf dem Hooksmeer oder so…

Zur Insel geschnibbelt

Wangerooge übers ganze Wochenende: 26.-28.06.!

Nachdem wir das Wochenende davor nicht zum Boot konnten, wollten wir dieses  Wochenende möglichst gut ausnutzen. Da kam uns die Tide ganz recht, denn wir konnten schon Freitag Nachmittag Richtung Wangerooge aufbrechen. Das bedeutete: Nach Feierabend flott nach Hause, kein Mittagessen, alles ins Auto einladen, Bier holen und los auf die Autobahn. Mit der Taktung schafften wir bequem die 15:00Uhr-Schleuse. Die Fahrt nach Wangerooge werde ich nicht mehr näher beschreiben, das wurde hier oft genug durchgekaut. Aber ich kann euch noch zeigen, wo man schnibbeln kann, nämlich bei Minsener Oog gleich zweimal.

Spart Kurverei, natürlich auf eigene Gefahr

Das erste mal bei der Ansteuerung von der Jade aus. Wenn man von Horumer- oder Hook- oder Rüstersiel oder Whv oder Varel kommt, dann ist die rote Tonne sehr weit nördlich (unten rechts im Bild). Da muss man nicht ganz hin. Man wird ja eh zwei Stunden vor Hochwasser dort sein und dann ist da Wasser genug, um quer über das Watt bis zum ersten Knick im Prickenweg zu kommen, ca. auf Höhe der gelben Tonnen.
Und hat man den Südzipfel von MOog hinter sich, dann kommen ja die grünen Tonnen, die einen recht nah an der Insel vorbei führen. Das Gekurve kann man sich sparen. Bei der ersten grünen Tonne (die kann schon rechts liegen bleiben) nimmt man Kurs auf die Mess-Station in der Ferne, man sieht so dicke Rohre im Wasser stehen, in der Karte mit „Pegel“ angegeben. Kurs ist so ungefähr 320 Grad, die flachste Stelle zeigte unser Echolot mit 1,6m (ungefähr noch knapp einen Meter Wasser unterm Kiel). Hat man den Pegel Backbord quer ab (Wassertiefe dort locker 6m+), dann kann man auf die T12 zuhalten. Und dort eben zu den Pricken der Telegraphenbalje abbiegen. Das spart nicht viel Meilen,  aber man muss nicht so auf Abdrift durch querschiebende Tide etc. achten, die dort beachtlich sein kann.
Wir sind ja Freitag abend hingefahren, HW in Wangerooge war 19:00, also ist man spätestens 18:00 bei der Einfahrt Minsener Oog. Wir waren gegen 17:30 da, passte mit 1,40m Tiefgang supi. Eineinhalb Stunden dauert für uns die Fahrt durchs Watt und Dank des Ostwindes konnten wir die Telegraphen-Balje segelnd -Maschine aus- durchfahren. Sonne, Wassergeplätscher, hier und da eine Seehundnase, Vorsegel weit bauchig: Sehr schön!

Sonntag mussten wir dann früh um 6:45 los, eben wegen der Tide. Aber es war trotz Ostwind eine schöne sonnige Fahrt und man ist ja nie allein auf der Strecke: Immer fahren etliche Boote mit, so gut wie jeder muss sich an die Gezeiten halten und wenn einer losfährt, dann fahren alle anderen auch los. Dazu kam: der Hafen von Wangerooge war sehr voll, alle im Päckchen! Sonntag morgen fuhren minimum 10 Boote ab, fast wie auf einer Perlenschnur durch den Wattweg.
Später auf der Jade habe wir durch den Ostwind  ganz schön gerollt, locker einen Meter Welle von der Seite (wir mussten ja nach Süden). Der Wind war nur eine 3, fühlte sich aber wegen der Wellen auf der Jade viel stärker als auf dem Wattweg an. Wir hatten auch nur das Vorsegel ausgerollt, weil ich bei dem schaukelnden Schiff keine Lust hatte, am Mast rumzuturnen. Sollte ich Grossfall und Dirk ins Cockpit umlenken?

Auf jeden Fall schafften wir noch die Schleuse um 10 Uhr, obwohl wir spät dran waren. Viele Boote wollten raus, viele warteten, dass sie rein können (all die Boote, die uns vorher überholt haben 🙂 ) und so konnten wir noch ganz hinten in die volle Schleuse. Dort gab es ein paar Unbequemlichkeiten mit einem Motorboot, die ich hier aber nicht breit treten möchte. Gelassenheit ist ein Teil guter Seemannschaft!

Gudruns Antrieb

Ich habe im Segeln-Forum so ausführlich über den Test unseres E-Aussenborders für unser Beiboot geschrieben, dass ich das hier einfach reinkopieren werde. Angela hat auch noch Fotos gemacht, die liefere ich gerne nach.

Letzten Sonntag konnte ich den E-Motor an unserer Gudrun testen. Es handelt sich um einen mit angegebenen 55lbs Schub (Jago/Ebay), als Energiequelle habe ich eine ältere AGM mit 68Ah aus der Garage geholt und natürlich vollgeladen. Dank zweier Griffe kann meine Frau die noch heben. Also: Ich über das Heck, über die Reling ins Schlauchboot (nein, wir haben keine Badeplattform an unserem Segelschiff), den Motor und danach die Batterie hinterher. Und dann meine Frau auch noch ins Boot. Ich habe den Motor etwas aus der Mitte am Spiegel befestigt, so passte mein Rücken da besser neben.

Der Motor hat fünf Vorwärts-Stufen: Schon Stufe eins bewegt das Boot samt Inhalt und es ist auch Steuerbar. War aber auch keine Welle und kaum Wind. Aber sehr langsam. Stufe 2 ist kaum schneller, leider hatten wir kein Handy mit an Bord, um mal über GPS zu gucken, wie flott wir wären. Egal, wir kurvten durch die Dalben, um die Stege und schauten uns die Boote an (Die Stege von Lollipop im Hooksmeer).
Zwischendurch schaltete ich mal höher, aber überrascht waren wir beide im Schlauchi vom Wechsel von 4 auf 5: Der Motor machte mal richtig Schub und Gudrun kam vorne (fast) hoch (Gudrun ist das Boot, nicht meine Frau). Was für eine wilde Fahrt! Das Wasser plätscherte um uns rum und wir kamen gut voran. Subjektiv. Sooo schnell war es dann auch nicht, aber der Unterschied zwischen den ersten vier Stufen und dann der 5 ist schon enorm.

Erstaunliches Fazit:
Bei einer Fahrtdauer von 40 Minuten mit wechselnden Fahrstufen, meistens 2-3 aber auch einige Schubaktionen auf Stufe 5 zeigte die Ladeanzeige oben an der Pinne noch alle 10 LEDs an. Ich hätte erwartet, dass dort einiges weniger anliegt. Aber das ist ja gut so! Nächstes mal fahre ich so lange, bis der Motor aus geht. Ich vermute, wir kommen bis in den Alten Hafen und ich hoffe, ich muss dann nicht die ganze Strecke zurück rudern 😉

VG
Holger

Tablet-Halter

Ich habe ja ein Trekstor Surftab, auf welchem OpenCPN inkl. einiger Seekarten installiert ist. Desweiteren ist dort auch noch Zygrib drauf und weil Windows 10 darauf läuft, kann ich damit auch unsere WIB3 (Wetterinfobox, Navtex) auslesen. Wie ich aber schon erwähnte, liegt das immer irgendwie im Weg und die ganzen Kabel stören sowieso (dass das Tablet beim kleinsten Pups seine angesteckte Tastatur nicht mehr erkennt ist noch eine andere Story).

das Eigenbau-Gelenk aus Alu

Also baute ich ein verschraubbares Gelenk, damit man das Tablet zu beiden Seiten schwenken kann, wegen dem Blickwinkel, und eine Aufnahme, wo ich das Tablet reinstecken kann, so dass man noch an die Buchsen kommt. Die Aufnahme schraubte ich ans Gelenk und das Gelenk an die Stelle unserer Elektro-Ecke, wo früher der Garminplotter hing (Der Garmin GPSmap620 hängt schon seit längerem dort, wo früher das Echolot hing. Das Echolot wurde ausgetauscht und ist nun ein Festeinbau im Cockpit).

Das Tablet als MFD in der Navi-Ecke

Ach ja, ganz wichtig: AIS-Signale kann ich dort auch anzeigen, weil wir ja diesen Stick haben, der auch nur unter Windows funktioniert. Die ganzen Kabel verschwinden hinten im Kasten. Dort liegt auch ein USB-Hub, wo WIB, AIS und Strom für GPS drin stecken. Stromversorgung fürs Tablet habe ich realisiert über eine Zigarettenanzünderbuchse, in welcher ein USB-Wandler steckt. Der wiederum lag dem neuesten Solarpanel bei und kann hier perfekt eingesetzt werden. Leider ist nun kein USB-Steckplatz mehr da für eine Maus. Das ändere ich noch, denn obwohl das Surftab auch Touch kann, ist das mit meinen dicken Fingern keine gute Sache… mein selbstgebauter Halter dagegen gefällt mir sehr! Mal demnächst sehen, wie er sich in der Praxis bewährt.

Nachtrag:
Da das GPS-Teil einen eigenen Akku hat und per Bluetooth verbunden wird, habe ich es kurzerhand aus dem Hub gezogen und die Maus dort eingesteckt. Ich muss nun nur immer mal daran denken, das GPS aufzuladen.

Drei Pokale

Da wir ja nicht nach Spiekeroog fahren konnten, haben wir das mittlerweile altbekannte Alternativ-Ziel genommen: Wir sind zum Nassauhafen in Wilhelmshaven gefahren. Das geht immer und mit der Tide ist es eine reine Freude. Richtung Jadebusen ist auch weniger Welle etc., es wird einfach alles ruhiger, wenn man ins „Landesinnere“ fährt. Das Hochwasser war ziemlich spät in WHV (ca. 23:30 Uhr), aber man muss ja nicht bei HW ankommen sondern nur mit dem auflaufenden Wasser fahren, also nach Niedrigwasser Hooksiel. Respekt haben wir dabei vor der Ausfahrt vom Vorhafen zur Tonne H3, weil es dort echt flach ist. Doch 1,5 Stunden nach NW ist das kein Problem mehr, wie wir nun feststellen konnten. NW war gegen 16:30, also 18:00 Schleuse und so gegen 20:00 Uhr müssten wir dann ankommen. Genau so planten und machten wir das dann auch.

Und warum drei Pokale?
Ich habe auf dem iPad die Navionics-Software installiert und mir vor einigen Wochen Seekarten dafür gekauft. Mit der Software kann man seinen gefahrenen Track auch aufzeichnen und dieser wird am Ende ausgewertet:

Der Hauptgrund, dass wir für unsere Leistung die drei Pokale bekamen, ist aber: Das war erst der zweite Track, den ich damit aufgezeichnet habe und der erste war nur der kurze Versuch, nach Spiekeroog zu kommen. So wurde es dann eine Rekordfahrt bzgl. Dauer und Distanz… das wird doch sicher bald überboten, genau wie die 7 Knoten 🙂
Und zwar gleich am nächsten Tag auf der Rückfahrt, denn dort mussten wir wieder kreuzen. Das bedeutet: Mehr Distanz und länger unterwegs für den gleichen Weg. Ganz nebenbei waren wir auch noch etwas schneller: