Taschenlampen an Bord

Natürlich braucht man Taschenlampen auf einem Boot. Und jeder hat bestimmt mehr als eine an Bord. Eine liegt dann am Niedergang, eine am Bett, vielleicht hat man noch eine grössere als Scheinwerfer „irgendwo unten“ verstaut und manch einer hat auch Mehrzwecklampen, die einen Modus haben, um z.B. auch einen Raum (bzw. eine Kuchenbude) ausleuchten zu können.
Bei uns an Bord ist das ziemlich genau so. Und das hat mich eigentlich immer gestört, aus mehreren Gründen: Die eine Lampe war zu schwach, die nächste zu klobig, die andere konnte nur einen kleinen Punkt aber ganz weit leuchten, bei der anderen waren immer die Batterien leer, wenn man sie brauchte usw. Und deswegen habe ich uns beiden nun je eine neue Taschenlampe gegönnt. Natürlich gibt es da einen Clou: Man kann diese Lampen per USB aufladen, braucht also keine Batterien mehr vorhalten (und vergessen zu kaufen…). USB laden geht bei uns an Bord besonders praktisch, denn der Laderegler für die Solarpanele hat zwei USB-Buchsen.
Und die Lampen können noch mehr: Sie sind Energiezwischenspeicher, denn es sind auch so genannte Powerbanks und haben selbst eine USB-Buchse, um z.B. ein Handy aufzuladen. Meine Idee dabei: Solarstrom haben wir im Sommer reichlich und ich finde es immer schade, wenn die Sonne so schön scheint, aber unsere Bord-Batterien bereits voll sind (ja, klingt doof, aber so bin ich). Also kommen alle rein (Einweg-)Batterie-betriebenen Taschenlampen von Bord und wir verwenden nur noch diese…

Robust und Unverwechselbar

Diese Taschenlampe hat noch mehr Besonderheiten: Durch Mehrfachdruck auf den Powerknopf schaltet man durch folgende Modi: Volle Kraft – halbe Leuchkraft – Blitzblinken. Letzteres kann man ggf. nutzen, um schnell auf sich aufmerksam zu machen (drohende Kollision, ins Wasser gefallen, so Sachen). Der „Volle Kraft“-Modus macht wirklich viel Licht. Laut Werbung sollen es bis zu 250m Leuchtweite sein und das möchte ich gerne glauben. Ein schneller Test bei uns an der Strasse beleuchtete problemlos Baumkronen, die 130m entfernt an der nächsten Kreuzung stehen. Das sollte nicht nur zum Prickenfinden reichen. Dazu kann man vorn die Buchse um den Leuchtkörper längs verschieben und so von breitem Lichtkegel auf dünnen Strahl wechseln. Dazu kommt vielleicht noch, dass diese Taschenlampen eigentlich viel zu günstig sind (7,90 bei Pearl.de und nein, ich kriege für diese Werbung nix).

Und weil das kein Plastikkram ist sondern recht stabil und solide wirkendes Aluminium, habe ich gleich mal meinen Dremel hervorgekramt und unsere Namen dort eingraviert. Naja, meine Initialen als erster Versuch und dann konnte ich Angela ausschreiben….

Das einzige, was mir an diesen Lampen fehlt: Eine Handschlaufe oder eine Öse, um die Lampe ggf. irgendwo anzutüdeln. Wollen wir hoffen, dass sie nicht über Bord fallen!

Winterarbeiten: Zwischenbericht

So: mit dem Auftragen von Antifouling wurden gestern die Arbeiten am Unterwasserschiff fertig gestellt. Dieser letzte Schritt war auch eigentlich der einfachste, die Vorarbeiten hatten es schon eher in sich:
Da ich ja das Seeventil erneuere, habe ich ein offenes Loch im Rumpf. Bei der Demontage des alten Ventils zeigte sich zum einen, dass die Bohrung nicht besonders „rund“ ausgearbeitet war und zum anderen, dass das Einschneiden des alten Borddurchlasses kleine Spuren im GfK hinterlassen hat. Das musste also aufgefüllt werden. Dazu nehme ich 2K-Spachtelmasse, in welcher schon Glasfasern enthalten sind. Die kann man wunderbar verarbeiten und man muss nicht mit Glasfasermatten, Harz und Härter hantieren. Und bereits nach 30 Minuten ist das schleifbar.
Und aber wenn ich schon mit Spachtel & Co arbeite, dann muss sich das auch lohnen. Also baute ich noch den Geber der alten Logge ab. Das Anzeigegerät hatte schon vor langer Zeit den Geist aufgegeben, ich arbeite nun nur noch mit GPS und FüG. Wenn der Geber raus ist, dann ist ja ein Loch im Boot und das habe ich dann gleich mit zugespachtelt. Man sieht nix mehr davon 🙂

Dieser Logge-Geber funktioniert noch… was mach ich nun damit?

Einige kleinere Stellen habe ich auch noch angespachtelt und bei den ganzen Spachtelstellen muss da auch Grundierung, also Primer rauf. Vorher ging ich noch ums Schiff und entfernte alle lose Placken. Waren nicht viele, dafür habe ich noch ein paar Pocken gefunden. Der Primer macht seinem Namen alle Ehre: Der ist echt prima. Ein spezieller Unterwasserprimer, dient auch als Trennschicht zwischen Antifoulingschichten. Die Grundierung habe ich aber nicht flächig aufgetragen sondern nur an den Stellen, wo ich es als nötig erachtete. Dafür dann aber auch zweimal, wenn schon denn schon. Und gestern dann endlich, als Abschluss, Antifouling drauf.

Antifouling fertig gestrichen: Der Wasserpass ist noch Kreppband 🙂

Da habe ich die schönen, warmen Frühlingstage genau richtig ausgenutzt, denn bei den Temperaturen konnte man wunderbar mit Farbe, Spachtelmasse etc. arbeiten.

AIS an Bord – Fazit

Wenn ihr Teil 1 meiner Ausschweifungen über AIS gelesen habt, dann kann es ja weiter gehen. Falls ihr was nicht verstanden habt, könnt ihr das natürlich gern per Kommentar nachfragen… vermutlich lerne ich auch noch was dabei 🙂

Nun wissen wir grob, wofür man AIS nutzen kann, und kennen diverse Möglichkeiten, das an Bord technisch umzusetzen:

  1. AIS-Empfänger mit oder ohne eigene Antenne (oder eben Splitter für Funkantenne) und ohne eigenes Display (Anzeige am Plotter)
  2. AIS-Empfänger inkl. eigenem Display
  3. UKW-Funkgerät mit integriertem AIS-Empfänger (meine Empfehlung, wenn man noch nichts davon hat, aber anschaffen will: Funk und AIS in einem)
  4. AIS im Stick: Weder Funk noch Plotter, sondern das Signal am PC

Und genau letzteres haben wir uns dann angeschafft. Bevor ich erzähle, warum wir das geholt haben, will ich eben etwas mehr darüber erzählen:
Es gibt mehrere Anbieter mit ähnlichen Konzepten, wir haben diesen hier: Seanexx 200. Ich will gar nicht behaupten, das wäre der beste, aber wir haben unseren inklusive Antenne halt sehr günstig bekommen. Es handelt sich im Grunde um USB-Sticks, die sämtliche notwendige Technik in einem relativ kleinen Gehäuse vereinen. Zum Betrieb wird aber ein PC benötigt, i.d.R. explizit ein Windows-Rechner. Nicht gerade mein Lieblingssystem, aber wie es das Leben manchmal lenkt: Ich hatte hier einen Trekstor Surftab rumliegen, der von der Idee total toll war, von der Umsetzung aber sehr dürftig. Immerhin ein Tablet mit Windows 10 und optionaler Tastatur! Und über USB ladbar und hat sogar einen (und an der Tastatur noch einen) USB-Eingang. Also eigentlich fast ein Laptop und für den Bordbetrieb ideal (Strom per USB, klein, als Tablet nutzbar).

Diese Sticks werden durch ihre Software am Rechner erst vollständige AIS-Empfänger. Und selbst dann braucht man noch eine weitere Software, in welcher das AIS-Signal eingeblendet werden kann. Was liegt hier näher, als digitale Seekarten zu verwenden? Auch hier gibt es zahlreiche Anbieter, wie z.B. NV-Charts oder Navionics. Aber es gibt auch eine kostenlose Variante, dank einer aktiven Community in diesem Bereich: OpenCPN. oCPN ist nur die Software, man braucht noch Karten. Ich will das hier nicht im Detail erörtern (weiterer Artikel?),  aber natürlich: Es gibt auch eine kostenlose Variante, dank einer aktiven Community in diesem Bereich: OpenSeaMap. Und dort findet man auch KAP-Dateien zur Verwendung mit oCPN. Mann sollte sich da einmal einlesen, dann wird das schon.
Ich habe also meinen Windows-Rechner die Software OpenCPN gegönnt, dann die OSM-Karten geladen und konnte dort den AIS-Stick überraschend simpel einbinden: Die Software des Sticks stellt einen virtuellen COM-Port zur Verfügung. Diesen muss man in den oCPN-Einstellungen auswählen und schon hat man in der Seekarte die AIS-Informationen:

Foto vom Bildschirm: OYC, Buschhagen, vor der Schleuse, Oldenburg

Falls ihr euch wundert, warum mein Boot nicht im Fahrwasser ist: Ich habe den AIS-Stick im Auto getestet und stehe brav auf dem Parkplatz. Im Bild ist der Mauspfeil auf dem nächstliegenden AIS-Signal: Ein Arbeitsschiff des WSA, das bei der Halbinsel Grünzeug schneidet, die Werderland.
Wie ihr seht: Klappt vorzüglich. Der nette Nebeneffekt: Mit dem Windows-Tablet und passenden digitalen Seekarten habe ich quasi einen weiteren Plotter. Es ist immer gut, ein Backup zu haben! GPS hat das Surftab übrigens nicht. Das habe ich über ein Bluetooth-Modul gelöst (ActivePilot), welches mir mein Schwager mal schenkte. Damit belegt es keine USB-Buchse, der Akku muss aber ab und zu mal geladen werden. Wird auch über einen virtuellen COM-Port in oCPN eingebunden.

Fazit
Natürlich ist es elegant und wohl in der Praxis am besten, wenn die empfangenen AIS-Signale direkt im verwendeten Plotter angezeigt werden. Bei uns ist es aber so, dass wir den eigentlichen Plotter gar nicht so oft verwenden, sondern eher ein iPad. Und /aber: Bei normalen Bedingungen, guter Sicht etc. wird man AIS nicht zwingend benötigen. Erst bei Schiet, Dunkelheit, Ansteuerung fremder Häfen usw. kann das wirklich hilfreich sein. Und dann gucken wir halt bei Bedarf auf den PC-Bildschirm. Man muss das ja nicht permanent betrachten, nur immer mal im Auge behalten und sich absichern, wenn man Lichter auf dem Wasser nicht zuordnen kann. Dann hilft AIS. Und wir werden i.d.R. zu zweit unterwegs sein. So kann sich einer auf das Sammeln von Informationen konzentrieren, während der andere durch die Realität steuert… oder so ähnlich 😉

Ausserdem bin ich ein Freund davon, dass möglichst jedes System an Bord autark funktioniert: Wenn es ausfällt, laufen die anderen noch weiter. Das wäre auch mit anderen Systemen gewährleistet, aber hier habe ich keine 80 Euro investieren müssen und sowohl AIS als auch den PC als Plotter gewonnen… und ich habe einen neuen Haken: Wenn der PC ausfällt, habe ich kein AIS 🙁
Brauche ich nun ein Backup für den PC?

Männer im Weltall

Heute waren wir auf dem Flohmarkt und haben mal selbst einige Sachen verkauft. Unter anderem hatte ich unser altes Echolot, welches noch einwandfrei funktioniert, inkl. einem neuen Geber (Schwinger) mitgenommen und verkaufsfördernd platziert.

Nasa-Echolot, kann doch jeder erkennen?

Mit im Karton war noch ein altes Seafarer 4 (erfahrene Seeleute wissen: Legendär…). Nun saßen wir da und warteten auf Kundschaft und ich war doch erstaunt, wie viele Männer sich für das Echolot interessierten. Irgendwie jeder blieb stehen, wenn er den Karton sah, hielt inne, bückte sich und guckte sich das Gerät an. Aber fast genau so oft sah ich fragende Gesichter und ich musste häufig helfen: „…das ist ein Echolot. Ja, um Wassertiefe zu messen“. Dann fielen noch ein paar nette Worte und die Männer gingen weiter. Keiner hats gekauft.
Nach vielleicht zwei Dutzend fragender Gesichter drehte ich den Spiess um und fragte: „Was guckt ihr denn alle danach, wenn ihr gar nicht wisst, was das sein soll?“. Die Antwort verblüffte mich etwas: „Ja, weil das NASA drauf steht, da will man doch wissen, was sich dahinter verbirgt!“

Meine Güte, da wäre ich nie drauf gekommen.

Autoflug?

Der Titel dieses Beitrages trennt die Eingeweihten von den Ahnungslosen 🙂

Autoflug ist der Name einer deutschen Firma, die maritime Sicherheitsprodukte herstellt. Und wir besitzen nun eines dieser Qualitäts-Produkte: Eine Rettungsinsel.

Ich möchte gar nicht darüber reden, ob und wie sinnvoll eine Rettungsinsel ist, besonders, wenn die letzte Prüfung schon einige Zeit her ist. Aber gern erzähle ich kurz, wie sie zu uns kam:
In den üblichen Kleinanzeigen stöberte ich mehr aus Neugier unter anderem nach Rettungsinseln. Als ich sah, dass das preislich durchaus attraktiv sein könnte, schaute ich genauer hin. Und fand eine Anzeige, die eine 6 Personen(!)-Insel anbot, zu einem echt fairen Preis. Und die Insel war nicht Uralt. Dazu war sie nicht, wie oft üblich, in einem Tonnenförmigen Container, sondern hatte eher das Format eines Samsonite-Koffers: ca. 80 x 60 x 23cm. Das kann man viel besser an Deck stauen als dies unförmigen Fässer. Also schrieb ich ihn an (das war noch einige Wochen vor Weihnachten 2018), fragte nach Versand und bot einen Preis und es ergab sich ein kleiner Dialog. Hier ein Ausschnitt:

Das hat dann leider von meiner Seite nicht geklappt und wir verschoben den Termin endgültig auf das neue Jahr… letztes Wochenende war es dann so weit: Angela und ich sind mit dem Auto Richtung Itzehoe gefahren und zum Glück war das Winterwetter vom Vortag vorbei, so dass wir gut durch kamen. Die Adresse war auch schnell gefunden, die Besichtigung des „Objektes“ auch. Ich hätte sie auf jeden Fall genommen, solange keine sichtbaren Beschädigungen an der Hülle vorhanden waren oder sie nicht schon ausgelöst worden wäre 🙂

Dann ging es ans Bezahlen: Ich zückte meine Geldbörse und fragte den netten Burschen: „Wie viel genau wolltest du noch mal haben?“. Die Antwort war überraschend: „Ach, weiss ich gar nicht genau, wollte die erst unserer Jugendabteilung spenden… sagen wir X Euro?“. X Euro hatte ich dabei, aber nicht passend. Das wiederum konnte er nicht wechseln und kurzerhand sagte er: „Y Euro reichen auch, passt schon!“. Dann trugen wir gemeinsam das schwere, solide Ding samt Holzunterlage (ideal für an Bord) ins Auto, winkten uns noch zu und wir fuhren wieder weg. Dauerte keine zehn Minuten, das ganze.

Die Differenz zwischen den genannten X und Y Euro, bzw. zwischen dem in der Anzeige verlangten und endlich von mir bezahlten Preis betrug immerhin 37,5%! Daraus kann man, auch ohne absolute Zahlen zu nennen, grob erkennen, wie günstig wir an diese Rettungsinsel gekommen sind. Zum Abschied versprach ich ihm noch: „Wenn wir die brauchen, schicke ich dir ne Postkarte!“

Ganz unabhängig davon konnte ich in der Gegend mein Auto noch mal günstig volltanken: Der Liter E10 kostete dort 7 Cent weniger als daheim. Ein toller Tag: Nette Geschäfte gemacht, unterwegs Rehe gesehen, mal in der Nähe von Itzehoe gewesen (da bin ich noch nie hin gekommen), und dazu einen Punkt von der Bootsliste abhaken.

AIS an Bord

AIS:
Schiffe mit einem AIS-Transponder senden ein Signal aus. Dieses Signal können (Sport-)Boote empfangen, auf ihrem Plotter in die Seekarte einblenden und wissen dadurch, welche (gewerblichen) Schiffe in der Nähe des eigenen Kurses sind. Des Weiteren kann man sehen, wie die Schiffe heissen, wo sie hin wollen und wie schnell sie in welche Richtung fahren.
Wer AIS schon mal genutzt hat, der weiss: Das ist eine feine Sache.  Wer es noch nicht kennt, der kann sich z.B. auf diesen Internetseiten ein Bild davon machen:

Auf Marinetraffic werden die bekannten AIS-Signale auf einer Weltkarte abgebildet und man kann sich Informationen zu den einzelnen Schiffen holen. Bei Openseamap (OSM) werden einfach „nur“ diese Signale in die Seekarte eingeblendet und ist über das Menü ein-/ausschaltbar. So in etwa sieht AIS dann auch an Bord aus, wenn man es z.B. über seinen Plotter einblendet.

AIS-Ziele (von mir) mit Pfeilen markiert

Die runden Punkte sind auch AIS-Signale, aber keine Schiffe sondern stationäre Objekte (siehe Windpark Nordergründe oben in der Mitte). Der Clou ist noch, dass man bei Annäherung eines solchen Signals einen Alarm einstellen kann. So wird man vor einer Kollision rechtzeitig gewarnt. Ursprünglich war AIS lediglich eine Ergänzung zum Radar, hat sich aber schnell etabliert und verselbstständigt. Schiffe, die ein aktives AIS-Signal aussenden, kann man so erkennen, auch wenn man selbst nur einen Empfänger hat, also nicht sein eigenes Signal aussendet.

Es gibt zwei Arten von AIS-Geräten:

  1. Senden des eigenen Signals und Empfangen aller fremden AIS-Signale
  2. Nur Empfang von AIS-Signalen

Die meisten Sportboote senden kein eigenes Signal. Sie empfangen AIS, zeigen „nur“ an, welche anderen AIS-Signale sich in der Nähe befinden. Bei gewerblich genutzten Schiffen ist aktives AIS (also auch Senden) dagegen vorgeschrieben. Das ist gut für die Sportboote, denn vor den dicken, schnellen Schiffen will man ja gewarnt werden. Ausserdem ist ein AIS-Transponder (also ein Sender) ziemlich teuer…

Ich war auf der Suche nach einer relativ einfach umzusetzenden und gerne auch günstigen Möglichkeit, AIS an Bord zu empfangen und sichtbar zu machen. Wenn man rumfragt bei Sportbootfahrern, dann hört man oft so was in der Art: „Ja, da musst du nur deinen AIS-Empfänger in dein NMEA-Netzwerk einbringen, und wenn du keine eigene AIS-Antenne verwenden willst, dann gehst du an die Funkantenne, brauchst aber noch einen Splitter. GPS kriegst du dann per NMEA vom Plotter oder einer Funke mit GPS oder eben einem extra GPS-Gerät, wenn dein AIS das nicht schon hat“.

Alles verstanden? Ich nicht sofort.
AIS-Signale werden auf UKW gesendet. Deswegen braucht man nicht zwingend eine eigene Antenne dafür, sondern kann die vom Funk mit verwenden. Man muss das Signal eben nur splitten, ganz einfach. Viele AIS-Empfänger haben sowas schon eingebaut und haben einen Antenneneingang und einen -ausgang, um das Antennensignal an das Funkgerät weiterzugeben. Diese Art von AIS funktioniert so, dass sie kein eigenes Display haben, sondern die AIS-Daten bereitstellen, um sie am Plotter etc. anzeigen zu können. Und das geschieht eben über NMEA. Im Grunde ganz einfach.
Um das weiter zu vereinfachen, gibt es Funkgeräte, die AIS schon drin haben. Damit spart man sich ein weiteres Gerät, Antennenkabel, Stromanschluss, etc.
Viele Funkgeräte bieten sogar die Funktion, das AIS-Signal direkt auf dem eigenen Display auszugeben. Dann natürlich ohne Seekarte sondern mit Entfernungsringen, die aussehen wie eine Zielscheibe. Damit könnte man schon erkennen, ob und wie nah andere Schiffe dem eigenen Kurs kommen. Mir würde das erstmal reichen, auch wenn das sicher nicht komfortabel ist.
Der Irrsinn der Geräte-Hersteller: Aus irgendwelchen Gründen (Kosten? Wettbewerb?) wurde meist kein GPS verbaut. Man kann das interne AIS also gar nicht „out of the Box“ nutzen! Denn wenn das Funkgerät nicht weiss, wo man selber ist, dann kann es auch nicht den Abstand zu den anderen erkennen. Also muss man wieder per NMEA ein GPS-Gerät einbinden, um das vorhandene AIS in der Funke verwenden zu können. Wenn ich mir aber GPS vom Plotter hole, dann kann ich dem auch gleich das AIS-Signal geben und sehe das dann auf der Karte im Plotter. Ja klar, feine Sache. Aber ich bin kein Freund von vernetzten Geräten, die von anderen abhängig sind. Wenn nämlich eines der Geräte (warum auch immer) ausfällt, dann ist das andere auch gleich unbrauchbar oder zumindest eingeschränkt.
Das Signal darf von mir aus gerne auch auf dem Plotter angezeigt werden, aber ich würde mir wünschen, dass das Funkgerät das auch aus eigener Kraft kann. Besser ist das! Zum Glück ist es, wenn ich mich nicht irre, seit Anfang 2019 nur noch zulässig, neue Seefunkgeräte inkl. GPS zu verkaufen. Wer sich also gewundert hat, dass Geräte wie das Lowrance Link-8 auf einmal mit enormen Rabatten verkauft wurde, der ahnt nun, warum.

Vermutlich darf Lagerware noch abverkauft werden: Integriertes GPS= Nein!

Ich wäre fast darauf reingefallen. Dabei habe ich doch noch ein relativ junges Lowrance-Funkgerät, immerhin auch ohne GPS.

Und weil dieser Text sich doch etwas in die Länge zieht (ich möchte hier nichts wichtiges weg lassen), werde ich noch einen zweiten Teil dazu schreiben. Bald.

Sturmflut in Elsfleth

Ganz aktuelle Bilder: Heute, am 08.01.2019, war ja eine Sturmflut für die Norddeutsche Küste vorhergesagt. Das Hochwasser sollte bis 2m über dem normalen Hochwasser sein, das ist schon beeindruckend. Weil es gerade passte, sind Angela und ich zum HW (ca. 16:00) nach Elsfleth gefahren, um uns das mal anzuschauen. Das muss man mal gesehen haben, auch wenn die Windböen einem schon ganz schön zusetzen können.

Trockenen Fusses kommt man nicht zum SWE oder zu seinem Boot in der Halle
So ziemlich alles unter Wasser
Das Huntesperrwerk geschlossen, keiner kommt durch

Seeventil tauschen

In einem der letzten Artikel erwähnte ich es bereits: Das grosse Seeventil der Toilette muss auf jeden Fall ausgetauscht werden.  Und jeder, der das schon mal gemacht hat, weiss, was das bedeutet: Man kann nicht einfach ein paar Schellen lösen, den Kram auseinander schrauben, tauschen und wieder zusammenbauen.

Denn wenn man daran rumwürgt, dann lockert man garantiert auch den Rumpfdurchlass, der wird dann undicht und dann hat man kein wasserdichtes Schiff mehr. Aus diversen weiteren Gründen ist es eh sinnvoll, gleich alles zu tauschen, wenn man da schon mal bei geht, nicht nur das Ventil. Also habe ich einen Winkelschleifer genommen, dort eine dünne Trennscheibe drauf und von aussen den Borddurchlass sternenförmig eingeschnitten. Möglichst nicht ins GfK, aber ganz vermeiden kann man das nicht. Zumindest gibt es keine Funken, weil ist ja Messing (oder Bronze). Nun ist der Kranz des Durchlasses in acht Stücke und ich ging dabei, die mit Meißel und Hammer rauszutickern. Das war recht harte Arbeit. Aber es lohnt sich: Wenn man fertig ist, kann man innen das ganze Gelumpe aus dem Rumpf ziehen und bequem den Schlauch abziehen (was vorher nur mit zwei Ellenbogen an einem Arm gegangen wäre).

Nun werde ich auf True Design umsteigen: Durchlass, Ventil und Fitting aus Kunststoff. Die Argumente im Netz haben mich überzeugt: Seewasserfest, robust, langlebig, leichgängig. Wie das läuft (Einbau, Bedienung) werde ich dann hier berichten.

Vorher werde ich noch das Loch im Rumpf mit Epoxy und Glasfaser wieder ausbessern. Das wird zwar tricky, aber Sorgen mache ich mir nicht. Immerhin hat mich Vater Staat seinerzeit zum 1.Lfz-Metaller ausgebildet und GfK/CfK ist ein grosser Teil davon. Und wenn das bei den fliegenden Dingern hinhaut, dann kriege ich das bei den Schwimmenden auch hin 😉

Wenn alles nicht zieht kann ich auch noch mit einer ABDR-Ausbildung trumpfen: Nach Schäden in einer Luftschlacht wird die Hülle des JaBo durch mich wieder flugfähig gemacht. Die Metaller müssen dabei am meisten pfu… äh, improvisieren. Und das liegt mir!

Jaaa, ich schreibe das nur, um etwas anzugeben. Aber auch, um dem üblichen Gelaber von vornherein entgegen zu wirken, der bei technischen Dingen immer ungefragt von den typischen Bedenkenträgern und Labersäcken kommt. Ich habe meist kein Bock darauf, mir das anzuhören. Da mache ich besser gleich selbst den Angeber und diesen Teil kann man dann immerhin schon mal abhaken.

Neulich unter der Dusche

Als ich letztens zuhause unter der Dusche stand, da kam mir folgender Gedanke:
Wie sehr ich mich doch darauf freue, endlich wieder unter der eigentlich ziemlich renovierungsbedürftigen Dusche in Hooksiel zu stehen.

Nicht, weil das meine Lieblingsdusche ist sondern weil es bedeutet, dass die Saison wieder angefangen hat und wir samt Boot wieder in Hooksiel an Steg 8 liegen 🙂