Intensiv

Von Hooksiel nach BHV war es toll: auf der Weser achterliche Winde und nur mit Gross machten wir bald gute 8kn, in Spitze sogar 9,1kn. Das Vorsegel konnten wir nicht sinnvoll nutzen, da dort nicht genug Wind ankam, aber was solls, bei der Fahrt.
Dann noch in den Vorhafen der Schleuse, das war nicht einfach, wegen Wind, Strom und der Mir, die dort am Kai lag. Aber mittlerweile kriegen wir das ohne Stress hin. Wir haben sogar noch einen guten Liegeplatz an Steg E gefunden, obwohl es recht voll war. Schiff klariert, geduscht und mit den anderen übers Fest gebummelt. Sweety Glitter war echt cool, die Musik war sehr gut gespielter 70er Jahre Rock und das Wetter spielte auch noch mit. Irgendwann gegen halb zwölf sind wir dann bei uns an Bord, tranken noch einen Absacker, gingen ins Bett und den Samstag verbrachten wir dann auf der Intensivstation.

Bitte?! Ja, genau! Ich erzähle es mal so, dass es nicht so dramatisch klingt: Wir hatten eine CO-Vergiftung und im Krankenhaus wurde uns mit Sauerstoff-Masken und 80% Sauerstoff das CO aus unserem Blut gewaschen.
Wir hatten nicht viel anders gemacht als sonst: Mit der Blumenpott-Methode den Herd als Ofen benutzt und so einiges an Behaglichkeit geschaffen. Das machen wir häufig. Dieses mal kamen aber einige ungünstige Umstände zusammen, so dass unser Boot nicht ausreichend belüftet wurde. Ich bemerkte das rechtzeitig, rief über Handy die 112 und die Sanitäter holten uns aus dem Vorschiff. Im Cockpit an der frischen Luft ging es mir schon viel besser. Aber nix da: Mit Rettungswagen ins Krankenhaus und dort 24h Überwachung auf der Intensivstation. Das alles wäre detailliert einen mehrteiligen Beitrag wert, aber erstmal freuen wir uns, dass es gut für uns ausgegangen ist.

Und wenn noch einer fragt: „Habt ihr keinen CO-Warner?“ Dann lösche ich diesen Beitrag und verbiete jedem, über das Geschehene zu reden…