Segler unter sich: der Nautical Almanac reist von einem zum anderen

Holger

Zum einen, weil Angela und ich eine längere Reise planen und zum anderen, weil mich der in vielen Büchern erwähnte „Reeds Nautical Almanac“ so neugierig gemacht hat (Astrid Erdmann hat damit laut Wilfried sehr viele hilfreiche Informationen zur Ansteuerung von Häfen, besonders Rund England, gefunden), hat Angela letztendlich einen relativ günstig gebraucht ersteigern können.

Und was mich so begeisterte, als das doch recht schwere „Päckchen“ bei uns ankam: Ohne, dass es einen grossen Austausch gab, hat der Versender einen Zettel beigelegt, siehe Bild:

Allzeit einen guten Törn, Handbreit

Ich finde das so eine wahnsinnig nette Geste, allein die (vernünftige) Annahme: Wer so was kauft, der will nicht schmökern sondern sucht Informationen, weil er auf dem Wasser reisen will. was liegt da näher, als einen Seemännischen Gruss mit zu schicken? Ich weiss aber noch nicht, ob ich Angelas Aussage „was soll denn das V6?“ als Scherz aufnehmen soll… für mich sah das jedenfalls auf Anhieb wie ein VG für „Viele Grüsse“ aus 🙂

Und aber dieser dicke Schinken ist wirklich, wirklich informativ: Sehr viele Häfen sind mit Grafiken, Ansteuerungen, Strömungen usw. Dazu Entfernungstabellen und sehrsehr viele Tabellen für die Navigation. Wann ist wo die Sonne, wie weit weg ist etwas, das am Horizont auftaucht und allerlei weitere Helferlein, um quasi mit Bordmitteln seine Position zu bestimmen. Toll!

Bremen

Angela

Heute morgen um 9:00 Uhr sind wir vom SWE raus geschleust und die Weser Richtung Bremen gefahren. Schönes Wetter war immer noch und wir konnten sogar segeln. Gegen Mittag kamen wir an unserem Gaststeg an. Yachtclub Hansestadt Bremen, sehr nette Gastgeber. Sehr zu empfehlen 🙂

Später, am Abend, kam überraschend noch die Zarah angefahren!

Bei sommerlichen Temperaturen konnten wir unser Wiedersehen bis spät abends draußen genießen…

Die Weser

Angela

Von Bremerhaven sollte es weiter gehen, Weser hoch bis Elsfleth. Am Nachmittag passten wir das auflaufende Wasser ab und schleusten um 15:00 Uhr aus dem Jaich in die Weser. Wind kam leider direkt von vorn (Süd-westlich) mit Stärke 4 (in Böen auch mehr).

Also mit Motor immer gegen den Wind…

Ab AKW Unterweser besserte sich die Lage. Allerdings vernebelte Rauch mit Brandgeruch die Weser!

Nachmittags um 16:30 herrschte schon Sonnenuntergangs-Feeling…

Es hat im Moor bei Papenburg wieder gebrannt und war laut Nachrichten bis Bremen zu sehen und zu riechen. Total unglaublich…

Schleusen in Elsfleth klappte hervorragend, da wir uns rechtzeitig telefonisch angekündigt hatten. Der Schleusen- Wärter war sehr freundlich!

Bremerhaven

Angela

Heute soll es wieder nach Bremerhaven gehen. Die Wind- und Wettervorhersage sind gut. Die Tide passt auch, also um 8:00 Uhr die Schleuse raus aus dem Hooksmeer genommen. Dann im Vorhafen gefrühstückt und gegen 10:00 Uhr raus auf die Jade. Unser Freund Axel hat uns mit der Kairos begleitet. Leider ohne seine Frau, die auf der Arbeit unabkömmlich war.

Die Sonne schien und der Wind kam günstig, so dass es ein schöner Törn war. In der Mittelrinne war der Wind dann etwas unsted, so dass wir den Motor mitlaufen ließen. Als endlich die grünen Doppeltonnen der Weser auftauchten, war das Wasser recht kabbelig, so dass wir froh waren, die Richtung ändern zu können um dem Fahrwasser der Weser zu folgen. Wir haben auch nicht vor der letzten Tonne groß abgekürzt, auf Grund sitzen ist doof…

Je weiter es Richtung Bremerhaven ging um so besser wurde es. Wind passte und Sonne schien. Ein toller Törn, sogar die Schleuse öffnete fast umgehend😉

Meilennachweis

Holger

Weil Angela und ich neulich über den SKS geredet hatten, habe ich mich mal hingesetzt und geschaut, wie viel Meilen sie eigentlich schon abgesegelt hat. Fürs erste nahm ich nur die Meilen dieses Jahres, das konnte ich (mehr oder weniger) schnell zusammenblättern. Und was kam dabei raus? Schaut es euch an:

Jede Meile zählt..

Die grösseren Schläge sind mit Kürzel benamt, aber ich habe auch die kleinen Runden auf dem Hooksmeer etc. mit aufgelistet. Meile ist Meile und die auf dem Hooksmeer sind sogar ehrliche Segelmeilen, weil wir dort gemeinsam Wenden, Halsen etc. natürlich unter Segel geübt haben 🙂
Auf jeden Fall: Mit unserer Rückfahrt von Wangerooge nach Hooksiel hat meine Liebste (allein dieses Jahr) 308 sm erreicht, und wir sind noch nicht durch mit der Saison!

So, Schatz, dem SKS steht nichts mehr im Wege, wenn du möchtest. Eine Woche „Meilenreissen“ kannst du dir mit ruhigem Gewissen sparen 😉