WM- gucken und Boot passt auch zusammen

Angela

Am Freitag fuhren Holger und ich zum Boot. Wettervorhersage war zwar nicht die Beste, aber meistens wird es ja besser als vorhergesagt…

Wir machten das Boot klar und sind raus aufs Hooksmeer um zu segeln. Da ist man ja gleich entspannt und voll im Wochenend- Modus 🙂

Abends dann spannenden Fußball auf unserem neuen DVBT- Fernseher geguckt!

Samstag frühstückten wir in Ruhe und legten dann ab um in der Nähe der kleinen Insel zu ankern. Und selbst dort funktionierte der Fernseher- sogar bei einem kurzen Schauer.

Sonntag fuhren wir am späten Vormittag wieder nach Hause. Dort gab es gemeinschaftliches Fußball- Gucken im Bootshaus.

Bremerhaven – Hooksiel

Holger

So, um solch einen Törn vollständig zu beschreiben, kommt nun auch noch die andere Richtung. Wie zu erwarten ist sie fast identisch, aber es gibt ein paar Besonderheiten:

Wenn man bei Bremerhaven die Weser rausfährt, kommt man ja an der Columbus-Kaje vorbei, wo neben Kreuzfahrtschiffen auch riiieesige Frachtschiffe zum Ent- und Beladen liegen. Und hier müssen Sportboote die westliche Seite des Fahrwassers benutzen, also immer am grünen Tonnenstrich entlang! Da man ja kurz nach Hochwasser hier lang fährt, um den Tidenstrom zu nutzen, hat man auch immer genug Wasser unterm Kiel. Da kann man sich fast schon an den Buhnentonnen orientieren. Aber Segeln bei allen Winden sollte man dort dennoch nicht, denn meines Wissens ist auch Kreuzen dort untersagt. Es ist halt relativ eng und man muss ja auch mit Gegenverkehr rechnen. Nun, die Kaje ist fünf Kilometer lang und danach kommen auch rote Tonnen, an denen man sich orientieren kann, indem man die Fahrwasserseite wechselt. Ach ja: Wenn ihr dort nicht nur die Segel hoch sondern auch den Motor mitlaufen habt, dann setzt den Motorkegel. Die WaSchPo ist nicht weit und schnell da. Wir haben uns eh angewöhnt, (fast) immer den Kegel zu setzen.

Die Startzeit in Bremerhaven plant man auf das Niedrigwasser beim Leuchtfeuer „Alte Weser“. Es sind zwar gut 26 sm von BHV bis zur Tonne 13, aber Dank Tidenstrom geht das durchaus in drei bis vier Stunden.

Wer noch nie vorher dort war: Ich fand die Betonnung der Weser klar erkennbar, auch wenn es dort recht viele Seezeichen gibt. Westlich sind ja die Untiefentonnen, welche die Buhnen markieren. Dass östlich noch die Tegeler Rinne als weiteres Fahrwasser verläuft, habe ich aber nie wahrgenommen. Erst in der Karte fiel mir das mal auf. Dort sind aber auch sehr wenige Tonnen.

Auf der Weser, deren Fahrwasser dort „Hoher Weg Fahrwasser“ und „Fedderwarder Fahrwasser“ heisst, fahren neben kleineren Kümos, Arbeitsschiffen und Zubringern auch durchaus grosse Pötte mit beachtlicher Geschwindigkeit. Deswegen immer gut Ausguck halten, einige machen echt grossen Wellen (die riesigen Kastenförmigen Autotransporter machen komischerweise so gut wie keine Welle), die kleinere Boote schon gut durchschaukeln können. Und dann kommen dort Abschnitte, wo es so ziemlich direkt neben dem Fahrwasser schnell flach wird. Wie man auf dem Bild einigermassen erkennen kann, geht der Kurs so ziemlich Nordwest. Das bedeutet: Bei einer 5 aus NW wollt ihr da nicht mehr sein, Wind gegen Strom ist dann einfach zuviel Hack! Wir waren bei einer guten 4 da und hopsten auch schon ganz schön…

Aus der Ferne wird man schnell den Windpark „Nordergründe“ erkennen können (im Bild schwarz gestrichelt), den lassen wir links liegen und werden diesen auch nicht hinter uns lassen, denn: Bald kommt die rote Doppeltonne 16, oder noch besser; wir konnten vorher schon die Fahrwasserseite wechseln und sehen die grüne Doppeltonne 13. Spätestens dort können wir nach Westen zur Mittelrinne wechseln. Da muss man dann scharf Ausschau nach der roten Spierentonne M4 halten, die man (zumindest mit 1,45m TG) nicht westlich runden muss. Dort, in der Mittelrinne, hat man schon wieder südlichen Kurs und orientiert sich an den M-Tonnen. Bei guter Planung hat man genau jetzt wieder auflaufend Wasser und fährt mit dem Strom. Wind, der vorher nicht so günstig war, ist jetzt perfekt 🙂
Im grossen Bogen fährt man um den Leuchtturm Mellumplate und in der Jade, spätestens bei der M14 hat man wieder freie Fahrt.

Bei klarer Sicht sieht man früh die Muschelbänke und die Kaje der Raffinerien. An den weit ins Wasser ragenden Anlagen müssen wir nicht vorbei, wenn wir nach Hooksiel wollen. Bald schon kann man die Tonne H3 suchen, diese östlich runden und den Vorhafen über die Sichtzeichen (zwei Dreiecke übereinander bringen) ansteuern, Kompasskurs müsste 276 Grad sein. Steht auch in einigen Seekarten.  Dank auflaufendem Wasser sollte es hier aber nicht mehr all zu flach sein, ein Auflaufen ist recht unwahrscheinlich.

Achtet aber beim Ansteuern des Vorhafens auf den Querstrom, der euch „nach links“ schieben will! Immer gut auf die rechte Seite der Einfahrt zuhalten, dann sollte es passen. Lieber etwas mehr Gas geben (die Segel habt ihr ja schon vorher eingeholt, richtig?).

Wenn ihr merkt, dass ihr nach 11:00, aber weit vor 14:00 im Vorhafen sein werdet, dann entspannt euch und segelt noch etwas auf der Jade. Denn in dieser Zeit wird nicht geschleust.
Nachtrag: Es gibt Ausnahmen, z.B. mal eine 13Uhr-Schleusung. Ich weiss nun, dass das öfter mal vorkommt…

Auch der schönste Urlaub endet mal

Angela

Nachdem wir ein paar Tage bei Mittelmeer- Feeling die Weser unsicher gemacht haben, wird es nun Zeit, den sommerlichen Heimathafen wieder anzulaufen. Die Wetterprognosen sind so wechselhaft, dass wir beschlossen, am Freitag um 16:00 Uhr von Elsfleth nach Bremerhaven aufzubrechen…. und genau um 16:00 Uhr briste der Wind auf und es donnerte rund um uns zu! Aber wir haben ja vorgeplant: Hochwasser in Elsfleth war erst um ca. 17:05, da haben wir Zeit genug. Wir wollten nur nicht so spät in BHV ankommen.

Um 16:30 Uhr beruhigte sich das Wetter wieder und es ging los. Fast ganz allein segelten wir (mit Motorunterstützung) nach BHV. Zwei Kajak- Fahrer, die Entenpolizei und ein Arbeitsschiff begegneten uns. Ansonsten war die Weser wie ein Teich und lag einsam vor uns. Vor der Schleuse Neuer Hafen wurde es noch mal spannend, weil der Schleusenwärter über Funk nicht antwortete. Aber letztendlich kamen wir an einen schönen Platz in der Marina und genossen ein hervorragendes Essen im Jaich-Bistro „Übersee“.

Am Samstag ging es ganz früh raus und uns überraschte schlechte Sicht und später Regen 🙁
Mit uns fuhren die Teilnehmer der Weser- Jade- Regatta. Erst waren sie uns weit voraus, aber da sie ja nicht den Motor mitlaufen lassen durften, erreichten wir auf der Jade das hintere Feld. Leider regnete es ab der Einfahrt in die Jade ununterbrochen wie aus Eimern! Wir wurden echt nass. Es hörte erst auf, als wir geschleust hatten und durch das Hooksmeer zu unserem Liegeplatz fuhren. Zum Glück war es nicht auch noch kalt…

Ein sehr schöner Urlaub geht zu Ende und ich hoffe, es folgen noch viele solche Tage mit unserem schönen und zuverlässigem Schiff.